Deutsche Telekom-Aktie: Egal, was sie sagen!

Die Aktie der Telekom bleibt deutlich unter ihren jüngsten Kursständen. Und damit erst recht weit hinter den ausgelobten Kurszielen der Analysten.

Auf einen Blick:
  • Die Telekom-Aktie verharrt aktuell bei weniger als 28 Euro
  • Dabei hatten mehrere Analysten die Papiere jüngst empfohlen
  • Die Prognosen für den Bonner Konzern reichen bis zu 42 Euro
  • Doch auch ein beschleunigter Netzausbau setzt keinen Impuls

Liebe Leserin, lieber Leser,

noch Ende Mai sah es so aus, als würde die Aktie der Deutschen Telekom sich auf den Weg machen, wieder die Marke von 30 Euro ins Visier zu nehmen. Und in der Tat: Bis auf 29,56 Euro ging es nach oben, dann drehten die Papiere des Bonner Konzerns aber wieder deutlich ab. Die Einigung mit der Gewerkschaft ver.di über einen neuen Tarifvertrag hatte für die Telekom-Aktie keinen nachhaltig positiven Effekt. Aktuell notiert sie wieder deutlich tiefer, egal was Analysten voraussagten.

UBS bekräftige Kaufempfehlung für Telekom-Aktie

Denn noch am 2. Juni hatte die schweizer Großbank UBS die Einstufung für die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Kursziel von 36,60 Euro auf „Buy“ belassen – und prophezeit damit einen mittelfristigen Kursanstieg um rund ein Drittel. Die Tarifeinigung mit der Gewerkschaft sorge für Kostensicherheit, schrieb Analyst Polo Tang am Montag vergangener Woche. Doch die T-Aktie hat seitdem nicht etwa zugelegt, sondern weiter eingebüßt.

Das kommt einigermaßen überraschend, waren die Tarifverhandlungen doch von zahlreichen Warnstreiks begleitet, die den Kurs zuvor deutlich drückten. Seit ihrem Höchststand im Februar, ausgebildet bei 34,36 Euro, haben die Anteilscheine der Telekom aber noch immer rund 20 Prozent an Wert eingebüßt.

  • Dabei war der UBS-Analyst bei weitem nicht der einzige, der zuletzt zum Kauf der Telekom-Aktie riet
  • Die US-Bank JP Morgan hatte bereits  im Mai eine noch zuversichtlichere Prognose abgegeben

Kursziele für Deutsche Telekom bis 42 Euro

Nach dem Rückschlag nach Zahlen erschienen die Papiere der Bonner günstig, schrieb Analyst Akhil Dattani in einer Einschätzung. Der Nachrichtenstrom der kommenden Monate werde die Stimmung „mit besserer Berechenbarkeit in wichtigen Themen prägen“, vermutete damals auch Dattani. Der US-Analyst nannte beispielsweise „Tarifanpassungen bei Verizon und die anstehende US-Auktion von Mobilfunk-Satellitenfrequenzen (AWS 3)“. In der Folge beließ er die Einstufung für Deutsche Telekom mit einem Kursziel von 40 Euro auf Overweight“.

Noch optimistischer war kurz zuvor die Deutsche Bank, die die Aktie der Telekom mit einem Kursziel von 42 Euro zum Kauf empfohlen hatte. Das erste Quartal sei „beruhigend“ gewesen, schrieb Robert Grindle in seiner Reaktion auf den Quartalsbericht. Er hob die erhöhten Konzernziele und den starken Free Cashflow außerhalb der USA hervor.

Milliarden für beschleunigten Netzausbau

Positiven Einfluss hatten all diese Einschätzungen allerdings bislang nicht. Und auch eine neue Nachricht taugte nicht als Impuls: Denn laut übereinstimmender Medienberichte vom Montag, wollen Staat und Wirtschaft den geplanten Netzausbau in Deutschland spürbar beschleunigen. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und der Telekommunikationsbranche, darunter auch die Telekom, haben dafür das weitreichende Memorandum of Understanding (MoU) „Bestes Netz für Deutschland“ unterzeichnet.

In dem Papier macht die Industrie demnach massive finanzielle Zusagen: Allein im Jahr 2026 plane die Telekommunikationsbranche, rund 8,5 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau und 2,4 Milliarden Euro in Mobilfunknetze zu investieren. Mit diesen Mitteln sollen im laufenden Jahr 3,2 Millionen direkt nutzbare Glasfaseranschlüsse („Homes Connected“) und 2,5 Millionen vorbereitete Anschlüsse („Homes Passed“) realisiert werden, heißt es beim Nachrichtenprotal t-online. „Auch für die kommenden Jahre sind bereits weitere Milliardeninvestitionen fest eingeplant, etwa mindestens 6,6 Milliarden Euro für Glasfaser und 2,4 Milliarden Euro für Mobilfunk im Jahr 2027“, so der Bericht.

Verschärfte Erfolgskontrollen für Telekom & Co

Um die Umsetzung der ehrgeizigen Ausbauziele sicherzustellen, setzt das Bündnis demnach auf strenge, halbjährliche Erfolgskontrollen anhand konkreter Kennzahlen. Die Bundesnetzagentur erhält im Zuge des Memorandums eine neue, stärkere Kontrollfunktion:

  • In einem standardisierten Verfahren nehme die Behörde künftig Hinweise aus den Kommunen entgegen, heißt es. Und zwar dann
  • „wenn vor Ort erhebliche Zweifel an der Fachkunde oder Zuverlässigkeit einzelner Bau- und Telekommunikationsunternehmen bestehen“

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