Neuer KI-Schachzug von der Deutschen Telekom: So hat der Konzern am Montag eine strategische Kooperation mit der Scheer Gruppe im Bereich sogenannter Prozess-Agentisierung bekannt gegeben.
Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Geschäftsprozesse schrittweise auf autonome KI-Systeme umzustellen – auf Basis einer vollständig in Europa betriebenen Cloud-Infrastruktur.
Deutsche Telekom-Aktie: KI-Agenten orchestrieren ganze Prozessketten
Die Scheer-Tochter Scheer PAS bringt dabei ihre sogenannte Agentic Orchestration Plattform ein – ein System, das eigenständig handelnde KI-Agenten über verschiedene Unternehmenssysteme hinweg koordiniert, Ausnahmen flexibel behandelt und dabei vollständige Nachvollziehbarkeit in Echtzeit gewährleistet. Die Plattform wird künftig auf T Cloud Public und der Industrial AI Cloud-Infrastruktur von T-Systems in München betrieben.
Eine zweite Scheer-Tochter, Scheer IDS, ergänzt die Partnerschaft um Beratungsexpertise in der Analyse und Umgestaltung von Geschäftsprozessen im SAP-Umfeld. Der Gedanke dahinter: KI-Projekte scheitern häufig nicht an der Technologie, sondern an unklaren oder schlecht strukturierten Prozessen darunter. Durch methodische Prozessarbeit soll sichergestellt werden, dass KI-Initiativen auf einem belastbaren fachlichen Fundament aufbauen.
Deutsche Telekom-Aktie: Europäische Datensouveränität als Alleinstellungsmerkmal
Beide Partner betonen den bewussten Bruch mit einer Abhängigkeit von großen internationalen Cloud-Anbietern. T-Systems-Chef Ferri Abolhassan erklärte, die Partnerschaft zeige exemplarisch, wie souveräne Technologien regionale Wertschöpfung und Sicherheit gewährleisteten, ohne dabei die globale Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.
Scheer-Gründer Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer ergänzte, Unternehmen bräuchten jetzt keine weiteren Pilotprojekte, sondern eine klare Strategie zur schrittweise Überführung ihrer Abläufe in KI-gesteuerte Prozesse.
Die Partnerschaft ist ein weiteres Beispiel für die Strategie von T-Systems, die T Cloud Public als europäische Alternative zu den Hyperscalern zu positionieren – und dies nicht nur für Behörden, sondern auch für die Privatwirtschaft.
Für Anleger unterstreicht die Kooperation, dass der Konzern das KI-Dienstleistungsgeschäft zunehmend als eigenständigen Wachstumsbereich aufbaut – mit Datensouveränität als klarem Differenzierungsmerkmal gegenüber US-amerikanischen Wettbewerbern.
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