Deutsche Telekom-Aktie: Chef reagiert auf Schock-Meldung!

Tim Höttges hält terrestrische Netze für unverzichtbar und warnt vor einer schwächeren Kundenbindung durch Starlink-Vereinbarungen.

Auf einen Blick:
  • Höttges bezweifelt Starlinks Verdrängungspotenzial
  • Satelliten sollen Funklöcher ergänzend versorgen
  • Telekom warnt vor Verlust direkter Kundenkontakte
  • T-Mobile US erzielt rund zwei Drittel des Konzernumsatzes

Bei der Deutschen Telekom wächst die Skepsis gegenüber den Mobilfunkplänen von Elon Musk und Starlink. Telekom-Chef Tim Höttges argumentierte in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsjournalisten Holger Zschäpitz, dass viele Marktteilnehmer die technologischen Möglichkeiten von Starlink überschätzen und die Bedeutung terrestrischer Mobilfunknetze unterschätzen.

Hierüber berichtete unter anderem das Nachrichtenportal „Focus Online“.

Deutsche Telekom-Aktie: Höttges kontert Starlink-Euphorie

Höttges warnt insbesondere europäische Mobilfunkanbieter davor, ihre Kundenbasis über MVNO-Vereinbarungen an Starlink zu binden. Aus seiner Sicht besteht die Gefahr, dass Netzbetreiber dadurch langfristig die direkte Beziehung zum Kunden verlieren und sich in eine weniger starke Position innerhalb der Wertschöpfungskette begeben.

Im Gespräch mit Zschäpitz betonte der Telekom-Chef zudem, dass Satellitenkommunikation aus seiner Sicht das Mobilfunknetz ergänzen, aber nicht ersetzen werde. Satelliten seien vor allem dort sinnvoll, wo keine klassische Mobilfunkversorgung vorhanden sei. In dicht besiedelten Regionen blieben Mobilfunkmasten aufgrund von Kapazität, Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit klar im Vorteil.

Deutsche Telekom-Aktie: Satelliten als Ergänzung statt Disruption

Die Position ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Deutsche Telekom über ihre US-Tochter T-Mobile US selbst an satellitengestützten Mobilfunkdiensten arbeitet. Die Kritik richtet sich daher weniger gegen die Technologie an sich als gegen die Vorstellung, Satelliten könnten klassische Mobilfunknetze kurzfristig verdrängen.

Höttges machte deutlich, dass Milliardeninvestitionen in Glasfaser-, Mobilfunk- und Rechenzentrumsinfrastruktur weiterhin die Grundlage der digitalen Wirtschaft bilden werden.

Zur Einordnung: Für die Deutsche Telekom geht es in der Debatte letztlich um die Kontrolle über den Kundenzugang. Sollte sich das Narrativ durchsetzen, dass Satellitenanbieter künftig einen größeren Teil der mobilen Kommunikation übernehmen, könnte dies die Verhandlungsposition klassischer Netzbetreiber schwächen.

Die Telekom-Aktie krachte Ende letzter Woche deutlich ein, nachdem bekannt wurde, dass Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX ihren Satellitendienst Starlink direkt mit dem klassischen terrestrischen Mobilfunk verknüpfen und hierfür ein milliardenschweres Funkfrequenz-Paket in den USA kaufen will.

Der US-Markt ist für die Deutsche Telekom über die Tochter T-Mobile US der wichtigste Markt. Etwa zwei Drittel des Konzernumsatzes werden dort erzielt.

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