Der Bonner Telekommunikationskonzern sieht sich mit zunehmender Zurückhaltung am Kapitalmarkt konfrontiert. Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Bernstein die Aktie der Deutschen Telekom am heutigen Freitag von „Outperform“ auf „Market-Perform“ ab. Gleichzeitig senkten die Experten ihr Kursziel von 37 auf 28,10 Euro. Im Handel notiert der Wert derzeit bei 26,95 Euro.
Skepsis wegen US-Geschäft und Breitbandmarkt
Ausschlaggebend für das vorsichtigere Votum sind mehrere operative und strategische Belastungsfaktoren. Bernstein verweist vor allem auf bestehende Unsicherheiten über eine mögliche Unternehmenstransaktion mit der Tochter T-Mobile US. Hinzu kommt die neutrale Einschätzung von T-Mobile US durch das dortige US-Team der Analysten.
Gleichzeitig beobachtet das Haus einen spürbar schärferen Wettbewerb im deutschen Festnetz-Breitband. Der Kurs notiert aktuell 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro.
Operative Projekte in Industrie und Filialnetz
Auf operativer Ebene setzt der Konzern unterdessen auf den Ausbau von Partnerschaften und Vor-Ort-Präsenz. Gemeinsam mit Unikie stellte die Deutsche Telekom gestern bei Audi in Ingolstadt die automatisierte Ver- und Entladung von Fahrzeugen auf Eisenbahnwagen vor. Der Bonner Konzern liefert für das Projekt die Konnektivität und die digitale Infrastruktur.
Im Privatkundengeschäft kündigte das Unternehmen gestern zudem flexible Shop-Formate an, um die persönliche Beratung im Vertrieb auszubauen. Bundesweit sollen bereits im Jahr 2027 genau 50 dieser flexiblen Standorte entstehen.
Konnektivität und gesellschaftliche Präsenz
Bereits am 17. September hatte die Geschäftseinheit Deutsche Telekom IoT ihr Multi-Orbit-Roaming-Portfolio erweitert. Durch die Einbindung des LEO-Satellitennetzes von Iridium soll weltweite Konnektivität für IoT-Geräte rund um die Uhr sichergestellt werden.
Zusätzlich startete das Unternehmen am Montag das weltweite eSIM-Angebot „T-Travel“. Der Dienst ermöglicht Datenpakete in mehr als 200 Destinationen und funktioniert unabhängig vom bestehenden Mobilfunkanbieter der Kunden.
Flankierend begann am Montag eine Kampagne gegen Hass im Netz unter dem Motto „Was sich liebt, das neckt sich?“. Die Botschaft wird über Medien wie Fernsehen, Kino und soziale Netzwerke verbreitet.
Stützung durch laufendes Rückkaufprogramm
Zur Stabilisierung der Aktie greift das Management weiterhin auf den Rückkauf eigener Anteilsscheine zurück. In der vergangenen Handelswoche erwarb die Gesellschaft 2.945.800 eigene Aktien. Seit dem Start am 10. August summiert sich das Volumen im laufenden Rückkaufprogramm auf 14.005.765 Anteile. Das Programm soll das Angebot an frei handelbaren Papieren verknappen und ein Signal an die Anteilseigner senden.
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