Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die Deutsche Telekom für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Medienberichten zufolge sorgt diese Aufwärtsrevision dafür, dass sich die Aktie besser entwickelt als der Sektor für diversifizierte Kommunikationsdienste insgesamt. Der Kurs notiert am Freitag bei 28,87 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag.
Solide Basis aus dem zweiten Quartal
Der Optimismus der Analysten stützt sich auf die im August vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal. Der Konzern steigerte den Umsatz auf 29,93 Milliarden Euro nach 28,67 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Gewinn je Aktie ergab sich mit 0,51 Euro gegenüber 0,54 Euro im Vorjahr zwar ein leichter Rückgang, dennoch werteten Marktbeobachter die Zahlen insgesamt als solide.
Auf dieser Basis nahmen Analysten ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach oben. Die daraus resultierende relative Stärke gegenüber Wettbewerbern aus dem Telekommunikationssektor gilt als aktuelles Argument für Anleger, die auf eine anhaltende operative Verbesserung setzen.
Der Kurs hat in den vergangenen 30 Tagen um 6,2 Prozent zugelegt und damit einen Teil der Verluste der vergangenen zwölf Monate wettgemacht, in denen das Papier um 8,4 Prozent nachgegeben hatte.
Expansion in Polen als strategisches Signal
Parallel zur positiven Gewinnrevision hat der Konzern über seine Tochter T-Mobile Polska einen strategischen Schritt vollzogen: Die vollständige Übernahme der Glasfaser-Netzbetreiber Fiberhost und des Breitband-Anbieters Inea von Macquarie Asset Management für eine Unternehmensbewertung von rund einer Milliarde Euro.
Der Zukauf erweitert die Infrastrukturbasis der Deutschen Telekom im polnischen Markt und passt zur Wachstumsstrategie außerhalb des Kerngeschäfts in Deutschland und den USA.
Blick auf die US-Tochter
Auch die US-Tochter T-Mobile US liefert Impulse für den Konzern. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr rund 4.700 Stellen im Rahmen laufender Restrukturierungsmaßnahmen abgebaut und zudem sein 800-MHz-Spektrum-Portfolio an Grain Management veräußert.
Diese Schritte fügen sich in eine Phase, in der die US-Tochter ihre Kostenstruktur strafft, während gleichzeitig Berichte über eine mögliche Fusion mit der Muttergesellschaft weiterhin auf regulatorische Bedenken bei amerikanischen Führungskräften stoßen.
Für Anleger der Deutschen Telekom bleibt die Gemengelage aus operativer Stärke, strategischer Expansion und ungeklärter Konzernstruktur entscheidend. Die anstehende Quartalsmitteilung zum 30. September wird am 5. November veröffentlicht und dürfte zeigen, ob sich der positive Trend bei den Gewinnschätzungen bestätigt.
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