Die Deutsche Telekom führt Deutschlands 5G-Ausbau mit klarem Abstand an. An der Börse kommt das bislang nicht an — die Aktie notiert knapp über ihrem Jahrestief.
Netzführer unter Druck
Die Bundesnetzagentur sucht mit ihrer Messwoche „#CheckDeinNetz“ gezielt nach Funklöchern. Nutzer melden per App ihre tatsächliche Netzqualität. Das Ziel: mehr Transparenz im ländlichen Raum.
Für die Telekom ist das eine zweischneidige Sache. Einerseits steht sie gut da: 89,1 Prozent der deutschen Fläche versorgt sie mit 5G — rund 13 Prozentpunkte mehr als Vodafone und Telefónica. In mehr als 80 Prozent aller Landkreise führt sie die Versorgungsstatistik an. Andererseits könnten auffällige Lücken in den Messdaten die politische Debatte über teure Pflichtinvestitionen auf dem Land neu entfachen.
Milliarden für Glasfaser
Parallel treibt die Telekom den Glasfaserausbau mit Nachdruck voran. Bis 2030 investiert der Konzern 30 Milliarden Euro in die Infrastruktur. Zusätzlich zu den laufenden Mitteln fließen in den nächsten drei Jahren weitere 800 Millionen Euro in den Glasfaserausbau. Allein 2026 sollen zweieinhalb Millionen neue Haushalte und Unternehmen einen Glasfaseranschluss buchen können.
Im vergangenen Jahr gewann die Telekom 584.000 neue Glasfaserkunden — ein Zuwachs von fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. Beim Mobilfunk setzt der Konzern außerdem verstärkt auf Open RAN: 3.000 Antennen an über 1.000 Standorten sind bereits aktiv.
Zahlen stimmen, Kurs nicht
Das operative Bild ist solide. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Daraufhin hob das Management die Jahresziele an: rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA AL und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow AL werden für 2026 angepeilt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei rund 2,20 Euro landen.
An der Börse verfängt das bisher nicht. Mit 26,31 Euro schloss die Aktie am Freitag nur 2,3 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 25,71 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von fast 15 Prozent zu Buche — der Abstand zum Februarhoch bei 34,35 Euro beträgt über 23 Prozent.
Am 6. August legt die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Medienberichte über eine mögliche Vollverschmelzung mit T-Mobile US kursieren seit April — eine offizielle Bestätigung aus Bonn steht aus. Beides dürfte die Aktie im Sommer bewegen.
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