Die Deutsche Telekom kann eine technische Glanzleistung vorweisen: 65 Prozent weniger Energieverbrauch im 5G-Kernnetz. Doch die Aktie kämpft mit einem ganz anderen Problem.
Energieeffizienz als Kernanliegen
Am 26. Juni zeichnete die Telekom ihren Partner Mavenir mit dem „Partner of the Year Award“ für Netzwerkinnovation aus. Hintergrund ist das gemeinsame Projekt „Most Energy Efficient Core“ (MeeC). Seit 2025 läuft die Initiative — und liefert beeindruckende Ergebnisse.
KI-gestützte Verkehrsanalysen und automatisierte Lastoptimierung senken den Energieverbrauch in 5G-Kernfunktionen um bis zu 65 Prozent. Die Netzleistung bleibt dabei unberührt. Das ist relevant, weil der Datenverbrauch jährlich um rund 30 Prozent steigt — getrieben von Streaming und KI-Anwendungen.
Netzausbau auf breiter Front
Parallel dazu baut die Telekom ihr Mobilfunknetz weiter aus. Allein am Wochenende meldete der Konzern Verbesserungen in Herschbroich, im Kreis Soest, in Oranienbaum-Wörlitz und in Hornburg. Neue Standorte entstehen, bestehende erhalten 4G- und 5G-Erweiterungen. Auch Notruftechnologien wie Advanced Mobile Location und Cell Broadcast profitieren davon.
Zum 30. Juni stellt die Telekom außerdem den MMS-Dienst ein. Als Ersatz dient der modernere RCS-Chat. Nennenswerte finanzielle Auswirkungen erwartet der Konzern nicht.
Rückkaufprogramm endet — Kurs unter Druck
An der Börse sieht es weniger erfreulich aus. Die Aktie notiert bei 26,31 Euro und liegt damit rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 5,6 Prozent.
Hinzu kommt ein struktureller Einschnitt: Das zweite Tranchen-Rückkaufprogramm über bis zu 550 Millionen Euro endet am 30. Juni. Bis Mitte Juni erwarb die Telekom damit knapp 17 Millionen eigene Aktien. Mit dem Auslaufen fällt ein kontinuierlicher Käufer am Markt weg — das könnte den Kurs kurzfristig belasten.
Die nächsten Quartalszahlen erscheinen am 6. August 2026. Dann zeigt sich, ob die operativen Fortschritte beim Markt ankommen.
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