Deutsche Telekom Aktie: 53-Prozent-Lücke zum JPMorgan-Ziel

JPMorgan bestätigt Kursziel von 40 Euro für die Telekom-Aktie. T-Mobile US stellt Führung um und treibt 5G-Migration voran.

Auf einen Blick:
  • JPMorgan sieht 53 Prozent Aufwärtspotenzial
  • T-Mobile US baut Führungsriege um
  • UBS bestätigt Kaufempfehlung mit Kursziel 36 Euro
  • Holding-Pläne für Telekom und US-Tochter geprüft

Ein einziger Analystenbericht schickt die Deutsche Telekom-Aktie an die Spitze des DAX. JPMorgan bestätigt sein Kursziel von 40 Euro. Das liegt gut 53 Prozent über dem aktuellen Kurs. Eine derart große Lücke zwischen Kursziel und Realität ist selten.

JPMorgan sieht historische Bewertungslücke

Analyst Akhil Dattani bekräftigte am 10. Juli die Einstufung Overweight für die Telekom-Aktie. Er verweist auf strategische und längerfristige Unsicherheiten. Diese haben der Aktie seit dem Hoch im März 2025 einen Rückgang von rund 30 Prozent eingebrockt.

Dattani stützt seine Einschätzung auf die erwarteten Gewinnsteigerungen je Aktie. Diese hält er im zweistelligen Prozentbereich für anhaltend – und damit für beeindruckend.

Die Reaktion am Markt ließ nicht lange auf sich warten. Am Montag führte die Telekom-Aktie den DAX an, zeitweise stieg sie via Xetra um 2,57 Prozent auf 26,79 Euro. Am Dienstag schloss der Titel bei 26,61 Euro.

Führungswechsel bei T-Mobile US

Parallel zur Analystenbestätigung baut T-Mobile US, die wichtigste Ergebnisquelle des Konzerns, seine Führung um. Mike Katz gab seinen Posten als Chief Business and Product Officer zum 8. Juli ab. Chris Sambar übernimmt als neuer Chief Enterprise Officer. André Almeida verantwortet künftig den Bereich Privatkunden und Breitband.

Bei T-Mobile US läuft außerdem die Umstellung von Bestandskunden auf neue 5G-Tarife. Ältere Verträge wechseln auf modernere Tarifstufen, im Schnitt kostet das rund vier US-Dollar mehr pro Monat. Analysten werten den Schritt als Signal für steigende Margen im US-Geschäft. Das liefert den Großteil des Konzernergebnisses.

UBS bekräftigt Kaufempfehlung

Auch die Schweizer Großbank UBS äußert sich positiv. Analyst Polo Tang bestätigt sein Buy-Rating mit Kursziel 36,20 Euro. Er blickt optimistisch auf die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 – für das deutsche Heimatgeschäft ebenso wie für T-Mobile US.

Holdingdebatte belastet Stimmung

Neben den positiven Analystenstimmen sorgt ein Medienbericht für Diskussionsstoff. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete am 11. Juli über mögliche Pläne. Demnach prüft das Management, Deutsche Telekom und T-Mobile US unter einem gemeinsamen Holdingdach enger zusammenzuführen.

Ziel wäre es, die Bewertungslücke zur höher gehandelten US-Tochter zu schließen. Eine offizielle Bestätigung des Konzerns gibt es bislang nicht.

Kursbild bleibt angeschlagen

Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter ihrem Rekordniveau der vergangenen zwölf Monate. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus dem Februar fehlen der Aktie rund 22,5 Prozent, zum 52-Wochen-Tief aus dem Juni bleibt ein Polster von gut 13 Prozent.

Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,19 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 4,56 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 4,52 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 12,32 Prozent.

Der Kurs bewegt sich knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,35 Euro und deutlicher unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,74 Euro. Der RSI von 52,1 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.

Am 23. Juli legt T-Mobile US seine Quartalszahlen vor, die Deutsche Telekom folgt am 6. August. Beide Termine gelten als Test für die von JPMorgan erwarteten zweistelligen Gewinnsteigerungen.

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