Deutsche Telekom Aktie: 47,5 Mrd. EBITDA-Ziel erhöht

Die Deutsche Telekom erwägt eine Megafusion mit T-Mobile US, hebt den Jahresausblick an und baut eine KI-Cloud auf. Die Aktie bleibt unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Mögliche Vollverschmelzung mit T-Mobile US
  • Jahresprognose für EBITDA angehoben
  • KI-Rechenzentrum in München ausgelastet
  • Aktie notiert unter gleitenden Durchschnitten

Eine potenzielle Megafusion, ein angehobener Jahresausblick und der Aufbau einer eigenen KI-Infrastruktur — bei der Deutschen Telekom verdichten sich gerade mehrere strategische Fäden gleichzeitig. Der Kurs spiegelt die Unsicherheit wider: Mit 27,63 Euro notiert die Aktie rund 19 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und liegt deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten.

Die Fusionsfrage bleibt offen

Das beherrschende Thema ist die mögliche Vollverschmelzung mit T-Mobile US. Der Konzern hält bereits etwas mehr als 53 Prozent an der US-Tochter und erkundet laut Insidern die Schaffung einer neuen Holdinggesellschaft, die ein vollständiges Aktienangebot für beide Firmen unterbreiten würde. Das Ergebnis wäre der weltgrößte Telefonkonzern — und eine Transaktion, die alle bisherigen Rekorde für öffentliche M&A-Deals brechen würde.

Beim Q1-Earnings Call äußerte sich das Management bewusst nicht dazu. Auch im anschließenden Pressegespräch gab es keine Stellungnahme.

Die politischen Hürden sind erheblich. Bundesregierung und KfW halten zusammen rund 28 Prozent an der Telekom. Eine Fusion würde diesen Anteil auf geschätzte 17 bis 18 Prozent verwässern — womöglich unter jene 25-Prozent-Schwelle, die deutsche Behörden bei strategischen Unternehmen traditionell als Untergrenze betrachten. Berlin ist damit ein unverzichtbarer Akteur in jeder möglichen Transaktion.

Solide Basis, angehobener Ausblick

Die Fundamentaldaten geben dem Management Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 wuchsen die organischen Serviceumsätze um 4,6 Prozent, das organische EBITDA legte um 7,5 Prozent zu. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt T-Mobile US: Die Serviceumsätze der US-Tochter stiegen um 11,5 Prozent auf 18,9 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA AL kletterte um 12,9 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar.

Auf Konzernebene hob das Unternehmen die Jahresprognose an. Das bereinigte EBITDA nach Leasingkosten soll 2026 nun auf rund 47,5 Milliarden Euro steigen — 100 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Der bereinigte Gewinn je Aktie wuchs im Quartal um 8 Prozent, die Jahresprognose für ein EPS-Wachstum von 10 Prozent wurde bestätigt.

Ein Risikofaktor bleibt der Wechselkurs: Der schwächere US-Dollar belastete bereits die berichteten Ergebnisse — bei einer möglichen Vollverschmelzung mit T-Mobile US würde diese Währungsabhängigkeit strukturell noch zunehmen.

KI als drittes Wachstumsfeld

Parallel treibt die Telekom den Aufbau eigener KI-Infrastruktur voran. Das KI-Cloud-Rechenzentrum in München, das in Partnerschaft mit Nvidia betrieben wird, ist bei der B200-Kapazität bereits ausgebucht. Im operativen Betrieb lenkte ein KI-Chatbot im ersten Quartal eine Million Anrufe um — eine Zahl, die das Unternehmen 2026 verdoppeln will.

Der nächste Finanzmeilenstein ist der 6. August 2026, wenn die Q2-Zahlen veröffentlicht werden. Bis dahin dürfte vor allem die Fusionsfrage die Kursrichtung bestimmen — konkrete Signale aus Berlin oder Washington könnten die Aktie aus ihrer aktuellen Konsolidierungszone herauslösen.

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