Deutsche Telekom Aktie: 3,9-Prozent-Rutsch nach Fusions-Bericht

Ein Bericht über eine angestrebte Vollfusion mit T-Mobile US belastet die Telekom-Aktie. Das starke US-Geschäft und KI-Pläne stützen jedoch die Konzernziele.

Auf einen Blick:
  • Fusionsgerüchte um T-Mobile US
  • Aktie reagiert mit Kursverlusten
  • US-Tochter zeigt starkes Wachstum
  • KI-Infrastruktur als neuer Schwerpunkt

Ein WSJ-Bericht hat die Deutsche Telekom in Aufruhr versetzt. CEO Tim Höttges soll eine vollständige Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US anstreben — ein Vorhaben mit erheblichen Hürden.

Fusionspläne mit T-Mobile US

Am Donnerstag berichtete das Wall Street Journal, Höttges treibe eine Fusion mit T-Mobile US voran. Die Aktie reagierte prompt: Minus 3,9 Prozent zum Handelsschluss. Am Freitag erholte sie sich auf 28,33 Euro, ein Plus von 0,68 Prozent.

Das Projekt wäre komplex. Höttges müsste die Bundesregierung überzeugen, die 28 Prozent an der Deutschen Telekom hält. Außerdem bräuchte er die Zustimmung der T-Mobile-US-Minderheitsaktionäre. Zu Marktgerüchten äußerte sich Höttges bereits Mitte Mai nicht — und ließ damit Raum für Spekulation.

T-Mobile US liefert die Substanz

Unabhängig von den Fusionsfantasien zeigt das US-Geschäft echte Stärke. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz von T-Mobile US um 10,6 Prozent auf 23,11 Milliarden USD. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,27 USD. Für das Gesamtjahr erwarten Analysten ein EPS von 10,44 USD. Am Freitag legte die T-Mobile-US-Aktie an der NASDAQ um 1,8 Prozent auf 189,10 USD zu.

Die starke US-Performance stützt auch die Konzernziele. Die Deutsche Telekom hob ihre Prognose im Mai an: Das bereinigte EBITDA soll 2026 rund 47,5 Milliarden Euro erreichen.

KI-Infrastruktur als zweites Standbein

Parallel baut der Konzern sein KI-Geschäft aus. Im Februar nahm die Deutsche Telekom gemeinsam mit NVIDIA in München die „Industrial AI Cloud“ in Betrieb. Die Plattform basiert auf knapp 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs und leistet bis zu 0,5 ExaFLOPS. Ziel ist es, europäische Industrieunternehmen mit souveräner KI-Infrastruktur zu versorgen.

Kurs unter Druck

Trotz der Freitagserholung bleibt die Aktie technisch angeschlagen. Mit 28,33 Euro liegt sie knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,63 Euro und rund 17,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus dem Februar. Auf Jahressicht steht ein Minus von gut neun Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2025 stellt das Unternehmen eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie in Aussicht — das entspricht einer Rendite von rund 3,5 Prozent. Ob die Fusionsspekulationen konkreter werden, dürfte die Kursentwicklung der kommenden Wochen maßgeblich prägen.

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