Die US-Tochter T-Mobile US hat eine Frequenztransaktion mit Grain Management LLC vollzogen. Die Gesellschaft veräußert ihr 800-MHz-Spektrum-Portfolio für 2,9 Milliarden US-Dollar in bar und erhält im Gegenzug sämtliche 600-MHz-Spektren von Grain. Die US-Regulierungsbehörde FCC hatte das Vorhaben bereits Anfang Juli genehmigt, nun ist der Deal vollständig umgesetzt.
Für die Deutsche Telekom als Mehrheitseigentümerin ist das Geschäft mehr als eine technische Randnotiz. Frequenzausstattung entscheidet in den USA maßgeblich über Netzqualität und Kapazität – und damit über die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Verizon und AT&T. Der Tausch von niedrigerem gegen anderes Spektrum deutet auf eine gezielte Netzoptimierung der US-Tochter hin, während zugleich frisches Kapital in die Kasse fließt.
Personalwechsel im Geschäftskundenbereich
Bei T-Mobile US gibt es zudem eine strategische Personalie: Chris Sambar wurde zum Chief Enterprise Officer ernannt. Er soll das Wachstum im Geschäftskundenbereich vorantreiben und strategische Innovationen bündeln. Für den Konzern ist das ein Signal, dass die US-Tochter ihr Firmenkundengeschäft als weiteren Wachstumshebel neben dem margenstarken Privatkundenmarkt ausbauen will.
Beide Nachrichten fallen in eine Phase, in der die Deutsche-Telekom-Aktie operativ überzeugt, aber unter dem Eindruck einer ins Stocken geratenen Fusion zwischen T-Mobile US und einem weiteren Anbieter steht – ein Thema, das die Gespräche belastet, ohne dass ein endgültiges Scheitern bestätigt wäre.
Rückkauf und Zahlen stützen den Kurs
Vor rund zwei Wochen hatte der Konzern seine Jahresprognose bestätigt, seither hat die Aktie um 7,9 Prozent zugelegt. Am vergangenen Freitag folgte die Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms für 2026 um 3 Milliarden Euro auf bis zu 5 Milliarden Euro – seither bewegte sich der Kurs um 1,6 Prozent nach unten, ein moderater Rückschlag nach der vorangegangenen Rally.
Die technischen Details zum Rückkauf sind inzwischen veröffentlicht: Der Erwerb läuft ausschließlich über Xetra bis Ende des Jahres, gedeckt durch die Ermächtigung der Hauptversammlung vom 1. April.
Untermauert wird die positive Grundstimmung durch die Zahlen zum zweiten Quartal: Der Konzernumsatz stieg organisch um 3,3 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL wuchs organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro.
Das Ergebnis je Aktie lag mit 0,51 Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 0,54 Euro und leicht unter der Analystenschätzung von 0,563 Euro – operativ überzeugte der Konzern aber, insbesondere in Deutschland mit 218.000 neuen Postpaid-Kunden, auch getrieben durch die Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft auf MagentaTV.
Blick auf die Kursentwicklung
Am Dienstag schloss die Aktie bei 28,55 Euro, ein Plus von 1,21 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 6,81 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Papier mit 2,73 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus Ende Februar fehlen noch knapp 17 Prozent – Spielraum, den die Kombination aus laufendem Rückkauf, soliden Quartalszahlen und den jüngsten strategischen Schritten in den USA weiter füllen könnte.
Anleger richten den Blick nun auf den Investor Day zu künstlicher Intelligenz am 5. Oktober in Bonn sowie auf die Quartalszahlen zum dritten Quartal, die für den 5. November angesetzt sind. Bis dahin dürften die Entwicklungen rund um T-Mobile US – Netzausbau, Führungsstruktur und die Fusionsgespräche – im Mittelpunkt der Anlegeraufmerksamkeit bleiben.
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