Deutsche Telekom Aktie: 19. Juni entscheidet über Tarifpaket

Telekom einigt sich mit ver.di auf Tarifpaket, während Aktienrückkäufe den Kurs stützen sollen. Operatives Geschäft wächst.

Auf einen Blick:
  • Tarifabschluss mit ver.di steht an
  • Aktienrückkaufprogramm von zwei Milliarden Euro
  • Prognose für operatives Ergebnis angehoben
  • Kurs unter wichtigen Durchschnittslinien

Vier Wochen in Folge schloss die Aktie der Deutschen Telekom im Minus. Der Freitag endete bei 27,73 Euro. Das entspricht einem Verlust von fast vier Prozent auf Wochensicht. Nun steht der Konzern vor einer entscheidenden Abstimmung.

Tarifstreit vor dem Abschluss

Das Management hat sich mit der Gewerkschaft ver.di geeinigt. Rund 60.000 Tarifbeschäftigte erhalten mehr Geld. Die Tarifkommission stimmte dem Paket bereits zu. Bis Mitte Juni stimmen nun die Mitglieder ab. Am 19. Juni fällt die endgültige Entscheidung.

Das Paket macht die Personalkosten für den Konzern planbar. Die Löhne steigen in zwei Schritten. Zunächst klettert das Monatsentgelt im August 2026 um 150 Euro. Im Folgejahr kommen weitere 140 Euro hinzu.

Im Juni 2028 erhöhen sich die Entgelttabellen um 2,4 Prozent. Der Kündigungsschutz gilt parallel dazu bis Ende 2028.

Aktienrückkauf stützt den Kurs

Während die Mitglieder abstimmen, kauft der Konzern eigene Aktien zurück. Das Gesamtprogramm hat ein Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro. Die aktuelle zweite Tranche läuft noch bis Ende Juni. Sie umfasst Käufe für maximal 550 Millionen Euro.

Allein in der letzten Maiwoche kaufte die Telekom rund 1,5 Millionen Anteile. Der Durchschnittspreis lag bei 29,20 Euro. Dieser Wert liegt deutlich über dem aktuellen Schlusskurs von 27,73 Euro. Ein klares Signal. Das Management hält die Aktie auf diesem Niveau für unterbewertet.

Operatives Geschäft wächst

Die fundamentale Basis bleibt intakt. Der Vorstand hob die Prognose für das laufende Jahr leicht an. Das bereinigte operative Ergebnis soll rund 47,5 Milliarden Euro erreichen. Der freie Cashflow klettert auf über 19,8 Milliarden Euro.

T-Mobile US bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Die amerikanische Tochter steigerte die Serviceumsätze im ersten Quartal um 11,3 Prozent. Sie macht mehr als 70 Prozent des gesamten Börsenwerts der Telekom aus. Ein Verkauf dieser US-Anteile ist aktuell nicht geplant.

Im Heimatmarkt wächst das Glasfasergeschäft. Über 13 Millionen Haushalte haben mittlerweile einen direkten Anschluss. Die Zahl der festen Verträge stieg auf 2,2 Millionen.

Charttechnik bleibt angespannt

Trotz der soliden Zahlen zeigt der kurzfristige Trend nach unten. Auf Jahressicht steht die Aktie rund 18 Prozent im Minus. Der Kurs rutschte unter die 50-Tage-Linie bei 29,03 Euro.

Auch der langfristige Durchschnitt von 29,05 Euro ist außer Reichweite. Die nächste harte Unterstützung wartet am Jahrestief. Diese Marke liegt bei 25,99 Euro. Das entspricht einem Puffer von knapp sieben Prozent.

Kurzfristig richten Marktbeobachter den Blick auf Berlin und Frankfurt. Am 10. Juni berät der Bundestag die TKG-Novelle. Zeitgleich steht der nächste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Frische Geschäftszahlen liefert die Telekom dann am 6. August.

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