Die Deutsche Telekom lässt sich von der wachsenden Konkurrenz durch Elon Musks Satelliteninternet-Dienst Starlink offenbar nicht beeindrucken. Aus dem Umfeld des Bonner Konzerns hieß es am heutigen Samstag, man sehe die neue Wettbewerbssituation gelassen. Die Aussage fällt in eine Phase, in der der Konzern ohnehin im Rampenlicht steht: Erst am Freitag hatte die Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm kräftig aufgestockt, und bereits am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile als unwahrscheinlich gilt – die Aktie legte seither um 3,2 Prozent zu.
Solide Zahlen treiben die Rally
Der Hintergrund für die gute Stimmung liegt in den jüngsten Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal steigerte die Telekom den Umsatz auf 29,93 Milliarden Euro, nach 28,67 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA nach Leasing kletterte auf 11,82 Milliarden Euro und übertraf damit die Markterwartung von 11,70 Milliarden Euro deutlich. Die Serviceumsätze wuchsen um 4,8 Prozent auf 25,41 Milliarden Euro, angetrieben vor allem durch die US-Tochter T-Mobile US.
Nicht jede Kennzahl fiel positiv aus: Der Nettogewinn sank auf 2,45 Milliarden Euro, nach 2,62 Milliarden Euro im Vorjahr. Für Anleger dürfte das angesichts der übrigen Entwicklung jedoch zweitrangig sein – der Konzern hob seine Prognose für den freien Cashflow nach Leasing für das laufende Geschäftsjahr auf rund 20 Milliarden Euro an, nachdem zuvor mehr als 19,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Diese Kombination aus operativer Stärke und höherer Cashflow-Guidance bildete die Grundlage für die Entscheidung, mehr Kapital an die Aktionäre zurückzuführen.
Rückkauf-Tempo bleibt hoch
Wie zügig der Konzern dabei vorgeht, zeigt die jüngste Zwischenmeldung zum laufenden Rückkaufprogramm. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb die Telekom über die Handelsplattform Xetra insgesamt 1.277.230 eigene Aktien, zu Tageskursen zwischen 27,45 und 29,26 Euro. Der Gesamtkaufpreis dieser einwöchigen Tranche belief sich auf rund 36,1 Millionen Euro. Seit dem 1. Juli hat der Konzern damit bereits 7.640.294 eigene Aktien eingesammelt – ein Tempo, das zu der am Freitag verkündeten Aufstockung des Programms passt.
Für die Anleger bedeutet das eine kontinuierliche Nachfrage nach der Aktie aus dem eigenen Haus, unabhängig von der Frage, wie sich die Konkurrenzsituation im Satelliteninternet künftig entwickelt. Genau darin liegt derzeit die Botschaft des Konzerns: Operative Stärke und Kapitalrückführung sollen im Vordergrund stehen, während Themen wie Starlink oder eine mögliche US-Fusion als Randnotizen behandelt werden.
Kursreaktion bestätigt die Erzählung
Am Markt kommt diese Mischung gut an. Die Aktie schloss am Freitag bei 29,00 Euro, nach einem moderaten Rückgang von 0,58 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 8,13 Prozent, das vor allem der Kombination aus starken Q2-Zahlen, angehobener Cashflow-Prognose und dem größeren Rückkaufvolumen zu verdanken ist. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro trennen das Papier weiterhin 15,57 Prozent – Spielraum nach oben bleibt also, sollte sich der positive Nachrichtenfluss fortsetzen.
Für Anleger bleibt die Gesamtlage damit übersichtlich: Ein Konzern, der operativ liefert, mehr Kapital zurückgibt und externe Risiken wie neue Satellitenanbieter derzeit nicht als vorrangige Bedrohung einstuft.
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