Deutsche Rohstoff Aktie: 6.000 Barrel aus Wyoming-Cluster

Trotz Rekordergebnissen und stark erhöhter Prognose fällt die Aktie der Deutschen Rohstoff AG deutlich. Die Debatte um die Almonty-Beteiligung belastet.

Auf einen Blick:
  • EBITDA-Prognose massiv angehoben
  • Aktie 35% unter 52-Wochen-Hoch
  • Almonty-Debatte drückt auf Kurs
  • Starker Produktionsstart in Wyoming

Die Deutsche Rohstoff AG hat operativ ein außergewöhnliches erstes Halbjahr 2026 hinter sich – und trotzdem ist die Aktie zuletzt deutlich unter Druck geraten. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 76,10 Euro und damit rund 35 Prozent unter seinem im Juni erreichten 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 55,46 Prozent zu Buche. Zwischen starken Unternehmenszahlen und einer Debatte über die strategische Ausrichtung klafft derzeit eine Lücke, die sich im Kursverlauf widerspiegelt.

Rekordergebnis und drastisch angehobene Prognose

Den Grundstein für die Kursrally hatte das Unternehmen selbst gelegt. Im April hob die Deutsche Rohstoff AG ihre EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 signifikant an: Statt der ursprünglich erwarteten 115 bis 135 Millionen Euro rechnet der Vorstand nun mit 290 bis 310 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Als Grund nannte das Unternehmen beschleunigte Investitionen. Kurz darauf folgte für das erste Quartal 2026 ein Rekordergebnis mit einem Gewinn je Aktie von 21,59 Euro.

Untermauert wird die operative Stärke durch die Reservebasis: Laut einer Meldung, über die die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtete, stiegen die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven (2P) zum Jahresende 2025 um 46 Prozent auf 79 Millionen Barrel Öläquivalent. Auf der Kapitalseite reagierte der Vorstand im April zudem mit zwei Beschlüssen: einem neuen Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 7,5 Millionen Euro mit Laufzeit bis April 2027 sowie einer Anhebung der Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auf 2,25 Euro je Aktie nach zuvor 2,00 Euro.

Bohrprogramm liefert erste Produktionsdaten

Auch operativ lieferte das US-Kerngeschäft zuletzt konkrete Belege für den Hochlauf. Das erste Bohrplatz-Cluster des Bohrprogramms 2026 in Wyoming, das Dillon/Billings Pad, erreichte laut Unternehmensangaben bereits drei Wochen nach Produktionsstart eine Förderung von 6.000 Barrel Öl pro Tag aus vier Bohrungen. Diese Zahl liefert einen ersten Anhaltspunkt dafür, wie sich die angehobene EBITDA-Guidance operativ unterlegen lässt.

Almonty-Debatte belastet die Kursentwicklung

Trotz dieser Fundamentaldaten ist die Aktie seit ihrem Hoch im Juni deutlich zurückgekommen. Medienberichten zufolge dreht sich die aktuelle Marktdiskussion um die strategische Gewichtung der Beteiligung an Almonty Industries im Verhältnis zum US-Kerngeschäft der Deutschen Rohstoff AG. Auslöser sind volatile Wolfram-Preise, die Unsicherheit über den Wertbeitrag der Beteiligung schüren. Diese Debatte dürfte mit dazu beigetragen haben, dass sich der Kurs von seinem Jahreshoch gelöst hat, während die operativen US-Kennzahlen weiterhin eine deutlich andere Sprache sprechen.

Charttechnisch zeigt sich die jüngste Schwäche auch in den gleitenden Durchschnitten, unter denen die Aktie aktuell notiert, sowie in einem auf 37,5 gefallenen RSI-Wert, der auf eine gewisse Verkaufsdynamik der vergangenen Wochen hindeutet. Automatisierte Kennzahlen dieser Art liefern jedoch allenfalls ein Stimmungsbild und ersetzen keine fundamentale Einordnung.

Blick auf den Halbjahresbericht

Für den 18. August 2026 hat die Deutsche Rohstoff AG die Veröffentlichung ihres Halbjahresberichts angekündigt. Anleger dürften diesem Termin mit besonderem Interesse entgegensehen: Er wird zeigen, ob sich der starke Produktionsstart in Wyoming im zweiten Quartal fortgesetzt hat und wie sich die Wolfram-Preisvolatilität auf die Bewertung der Almonty-Beteiligung ausgewirkt hat. Bis dahin bleibt die Aktie ein Beispiel dafür, wie stark operative Rekordzahlen und kurzfristige Kursbewegungen auseinanderfallen können.

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