Die Deutsche Pfandbriefbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn vor Steuern von 16 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 249 Millionen Euro zu Buche.
Der Turnaround kommt vor allem aus einer deutlich entspannteren Risikolage: Das Risikovorsorgeergebnis verbesserte sich von minus 323 Millionen Euro auf nur noch minus 13 Millionen Euro. In den USA fielen laut Unternehmensangaben keine zusätzlichen Risikokosten mehr an.
Parallel dazu baut die Bank ihr US-Engagement weiter ab. Das amerikanische Portfolio sank zum 30. Juni auf 2,7 Milliarden Euro, nach 3,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 – schneller als ursprünglich geplant.
Zugleich zog das Neugeschäft im Bereich Real Estate Finance Solutions um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro an. Die Kernkapitalquote CET1 kletterte auf 14,6 Prozent, nach 13,4 Prozent im ersten Quartal, was das Unternehmen vor allem auf regulatorische Anpassungen im F-IRBA-Standard zurückführt.
Notleidende Kredite in Europa nehmen zu
Nicht alle Kennzahlen zeigen in die richtige Richtung. Drei Kredite für europäische Büroimmobilien mit einem Volumen von fast 300 Millionen Euro wurden notleidend, das gesamte Portfolio notleidender Kredite in Europa stieg auf 1,8 Milliarden Euro.
Auch die Kostenseite belastet: Der Verwaltungsaufwand kletterte von 115 auf 126 Millionen Euro, die bereinigte Cost-Income-Ratio liegt bei 77 Prozent. Der europäische Büromarkt bleibt damit ein Unsicherheitsfaktor, während die US-Risiken zurückgehen.
Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem Ergebnis vor Steuern zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Das Finanzierungsvolumen soll auf 27 bis 28 Milliarden Euro steigen, das Neugeschäft insgesamt auf 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro. Eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie ist geplant.
Moody’s sieht anhaltende Risiken
Trotz der operativen Erholung bewertet Moody’s die Anleihen der Bank erstmals mit „Baa2″ und einem negativen Ausblick. Die Ratingagentur begründet dies laut Börsen-Zeitung mit der Erwartung eines anhaltend schwachen makroökonomischen Umfelds und begrenztem Erholungspotenzial für die Gewerbeimmobilienengagements der Bank.
Auch personell steht die Bank vor Veränderungen. Finanzvorstand Marcus Schulte hat seinen Vertrag um drei Jahre bis Ende 2029 verlängert und übernimmt im Mai zusätzlich den Posten des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Thomas Köntgen.
Barkha Mehmedagic wechselt von ING Deutschland und übernimmt das Ressort Gewerbeimmobilien-Finanzierung. Dr. Pamela Hoerr, Vorstand für Real Estate Investment Solutions, verlängert ihren bis Januar 2027 laufenden Vertrag dagegen nicht.
An der Börse reagierten Anleger verhalten auf die Gemengelage aus operativer Erholung und Rating-Warnung: Der Kurs notiert aktuell bei 3,33 Euro und damit 42 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,70 Euro vom 25. August 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 21 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Rückkehr in die Gewinnzone noch nicht als nachhaltige Trendwende einstuft.
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