Die Deutsche Lufthansa hat kürzlich ihr Portfolio an Klimaschutzprojekten grundlegend überarbeitet. Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht ein stärkeres Gewicht auf Technologien, die Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen, statt es nur an anderer Stelle zu vermeiden.
Deutsche Lufthansa-Aktie: 14 Projekte, doppelt so viele Entnahmeprojekte wie zuvor
Das neue Portfolio umfasst 14 nach hohen Standards zertifizierte Klimaschutzprojekte, die in den Heimatmärkten der Airline-Gruppe – Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Italien – sowie in weiteren Ländern realisiert werden. Der Anteil sogenannter Entnahmeprojekte, die CO₂ aktiv aus der Luft binden und langfristig speichern, wurde gegenüber dem Vorportfolio verdoppelt und macht nun rund 20 Prozent aus.
Grundsätzlich unterscheidet Lufthansa zwischen zwei Projekttypen: Vermeidungsprojekte verhindern, dass CO₂ an anderer Stelle in die Atmosphäre gelangt – etwa durch den Einsatz energieeffizienter Kochgeräte oder Biogasanlagen in Schwellenländern.
Entnahmeprojekte hingegen ziehen bereits vorhandenes CO₂ aktiv aus der Luft, zum Beispiel durch Wiederaufforstung oder den Einsatz von Biokohle. Neu hinzugekommen sind erstmals auch sogenannte DACCS-Projekte: Anlagen, die CO₂ per Technik direkt aus der Umgebungsluft filtern und anschließend unterirdisch einlagern.
Deutsche Lufthansa-Aktie: 710.000 Tonnen CO₂ durch Kundenbeiträge in 2025
Passagiere können über freiwillige Zuzahlungen beim Ticketkauf Beiträge zu diesen Projekten leisten. Im Jahr 2025 kamen auf diesem Weg Beiträge für mehr als 710.000 Tonnen CO₂ zusammen – ein Anstieg von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachhaltigkeitschefin Nina Sproedt betonte, Klimaschutzprojekte seien als Ergänzung zu konzerninternen Maßnahmen zur Emissionsreduzierung ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt.
Für Anleger ist die Neuausrichtung ein Zeichen, dass Lufthansa seinen Nachhaltigkeitsanspruch zunehmend mit messbaren Technologieinvestitionen unterlegt – ein Aspekt, der angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen an die Luftfahrtbranche an Bedeutung gewinnt.
Die Zusammenarbeit mit Partnern wie Climeworks, einem der weltweit führenden DACCS-Spezialisten, unterstreicht dabei den Anspruch, nicht nur symbolische, sondern technologisch belastbare Lösungen einzusetzen.
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