Deutsche Börse macht Ernst und greift zu. Die Frankfurter übernehmen Allfunds für stolze 5,3 Milliarden Euro. Damit entsteht ein globaler Schwergewicht im Fondsgeschäft, das die Branche aufmischen dürfte. Die Allfunds-Aktionäre bekommen 8,80 Euro je Aktie, davon 6,00 Euro in bar und 2,60 Euro in Form neuer Deutsche Börse-Aktien. Das entspricht einer Prämie von 32,5 Prozent auf den Schlusskurs vom 26. November 2025.
Die Rechnung ist simpel. Für jeden Allfunds-Anteil gibt es 0,0122 neue Deutsche Börse-Aktien. Insgesamt werden rund 7,3 Millionen neue Aktien ausgegeben, was etwa 3,85 Prozent des aktuellen Grundkapitals entspricht. Dazu kommt noch eine Dividende von bis zu 0,20 Euro je Allfunds-Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Die großen Allfunds-Aktionäre LHC3 Limited und BNP Paribas haben bereits zugesagt und halten zusammen knapp 49 Prozent der Anteile.
Die Synergien sind beachtlich
Deutsche Börse rechnet mit jährlichen Kostensynergien von rund 60 Millionen Euro. Das sind immerhin 15 Prozent der kombinierten Kostenbasis von Allfunds und dem Clearstream Fund Services-Segment. Dazu kommen noch 30 Millionen Euro an Einsparungen bei den Investitionsausgaben. Bis Ende 2028 sollen bereits 50 Prozent dieser Synergien realisiert sein. Die Kombination aus Allfunds‘ Vertriebsstärke und Clearstreams Abwicklungskompetenz soll mittelfristig zweistelliges Umsatzwachstum ermöglichen.
CEO Stephan Leithner spricht von einem wichtigen Schritt zur Entwicklung von Deutsche Börse als europäischem Champion. Das klingt ambitioniert, ist aber nicht aus der Luft gegriffen. Die Transaktion soll bereits im ersten vollen Jahr nach Abschluss einen hohen einstelligen Beitrag zum Cash-Gewinn je Aktie liefern. Das AA-Rating will man dabei halten. Und als Bonus startet im Februar 2026 das angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro. Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2027 über die Bühne gehen, sofern die Regulierer grünes Licht geben. Für Deutsche Börse-Aktionäre könnte sich das lohnen.
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