Es war der größte Quartalsgewinn, den Christian Sewing je als Chef der Deutschen Bank vorweisen konnte. 1,912 Milliarden Euro Nettogewinn im ersten Quartal 2026, mehr als ein Jahr zuvor, mehr als Analysten erwartet hatten. Das klingt nach einem klaren Sieg.
Besser als erwartet, na und?
Analysten hatten im Schnitt 1,768 Milliarden Euro auf dem Zettel. Sewing lieferte rund 145 Millionen mehr. Der Gesamtgewinn nach Steuern kletterte um 8 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro, die Erlöse legten 2 Prozent auf 8,67 Milliarden Euro zu. Sewing selbst nannte das „einen sehr starken Start in die nächste Phase unserer Strategie“.
Soweit, so gut. Doch wer genauer hinschaut, findet den Haken.
Die Rückstellungen verraten mehr als die Schlagzeile
Die Kreditrisikovorsorge stieg auf 519 Millionen Euro, nach 471 Millionen im Vorjahresquartal und deutlich über den Analystenerwartungen von 447 Millionen Euro. Das Haus begründet das mit einem Puffer, der „makroökonomische Unsicherheiten“ abdecken soll. Gemeint ist wohl vor allem der US-Krieg gegen Iran, der laut CFO Raja Akram Ende des ersten Quartals das Ratenhandelsgeschäft „ein wenig unter Druck“ gesetzt hat. Im April lief es dann wieder konstruktiver an, sagt Akram.
Standard and Poor’s hatte vergangene Woche bereits gewarnt: Für europäische Banken steigen die Risiken, höhere Inflation, schwächeres Wachstum, Marktverwerfungen, Exposure in anfälligen Sektoren wie Chemie.
Deutsche Bank AG Aktie Chart
Private Bank stark, Investment Bank nicht
Das Bild innerhalb der Bank ist gespalten. Die Privatkundensparte legte beim Vorsteuergewinn um 39 Prozent auf 681 Millionen Euro zu, das Asset Management unter DWS um 37 Prozent auf 279 Millionen Euro. Die Investment Bank hingegen, das eigentliche Herzstück des Hauses, rutschte beim Vorsteuergewinn um 7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ab. Negative Währungseffekte und ein schwer zu schlagendes Vorjahresquartal haben das Ergebnis gedrückt, obwohl Schulden- und Aktienemissionsgeschäft anzogen.
Dennoch hob die Bank den Ausblick für die Investment Bank an: 2026 soll der Umsatz dort nun „höher“ ausfallen statt nur „leicht höher“. Das ist ein Signal, kein Selbstläufer.
33 Milliarden Euro Jahresziel, Buyback läuft
Das Jahresziel von 33 Milliarden Euro Gesamterlös steht, die Bank sieht sich auf Kurs. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro wird gerade abgewickelt, die Ausschüttungsquote wurde auf 60 Prozent angehoben.
Rekordgewinn unter Sewing, Rückstellungspuffer gegen das Ungewisse, Investment Bank unter Druck, Privatkundensparte auf Hochtouren. Das ist keine Geschichte über eine Bank in Bestform. Das ist eine Geschichte über eine Bank, die sehr gut durch ein schwieriges Quartal navigiert hat und genau weiß, dass das nächste nicht einfacher wird. 519 Millionen Euro Vorsorge sprechen da eine deutliche Sprache.
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