Die Deutsche Bank sieht Europa trotz der häufig kritischen Standortdebatte wieder stärker im Fokus internationaler Unternehmen. Für das Global Sentiment Survey on Europe 2026 der Frankfurter Großbank wurden 1.200 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus 13 außereuropäischen Märkten befragt. 35 % nennen Europa aktuell als attraktivste Region für ihr Unternehmen, vor Asien-Pazifik ohne China mit 24 % und Nordamerika mit 19 %.
Deutsche-Bank-Aktie: 81 % sehen Europa heute als wichtiger an
Besonders auffällig ist der Stimmungsumschwung: Für 81 % der Befragten ist Europa bei Investitionsentscheidungen heute wichtiger als noch vor drei Jahren. 61 % der bereits in Europa investierten Unternehmen planen zudem, ihr Engagement innerhalb der kommenden fünf Jahre auszubauen. Weitere 33 % sind bislang nicht investiert, planen oder erwägen aber den Markteintritt.
Als Argumente für Europa nennen die Unternehmen insbesondere Wachstumschancen. 74 % sehen darin einen Standortvorteil, 71 % heben Innovation und Digitalisierung hervor. Ebenfalls 71 % halten den europäischen Wirtschaftsraum angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten für widerstandsfähig.
Deutsche-Bank-Aktie: Deutschland auf Platz eins
Innerhalb Europas schneidet Deutschland besonders gut ab. 56 % der 1.200 Unternehmen zählen Deutschland zu ihren drei wichtigsten europäischen Investitionszielen. Großbritannien folgt mit 47 %, Frankreich erreicht 35 %. Als deutsche Stärken werden unter anderem Infrastruktur und Logistik, Innovation einschließlich KI, industrielle Kapazitäten und qualifizierte Arbeitskräfte genannt.
Allerdings benennt die Studie auch klare Schwachstellen. 43 % sehen Hindernisse beim grenzüberschreitenden Geschäft als starke oder sehr starke Belastung für Europas Attraktivität. Vergleichsweise schlecht schneiden außerdem Arbeitskosten, Steuersystem, Energiekosten und die Geschwindigkeit von Genehmigungsverfahren ab.
Deutsche-Bank-Aktie: Mehr Investitionen könnten mehr Geschäft bedeuten
Für die Deutsche Bank selbst sind die Ergebnisse auch aus geschäftlicher Sicht relevant. Die Bank erklärt, internationale Kunden bei Investitionen, Expansion und der Erschließung neuer Märkte in Europa begleiten zu wollen. Ein steigendes Investitionsinteresse internationaler Konzerne berührt damit unmittelbar Geschäftsfelder der Bank.
Die Deutsche-Bank-Aktie verliert am Donnerstagmorgen auf Xetra rund 0,6 % auf 31,48 Euro. Auf 6-Monats-Sicht steht dennoch ein kräftiges Plus von 25,9 % zu Buche. Zuletzt ist die Rallye allerdings ins Stocken geraten: Vom 52-Wochen-Hoch bei 35,85 Euro hat sich der Kurs wieder um rund 12 % entfernt. (Stand: 24.09.2026, 09:10 Uhr, Xetra)
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