Die Deutsche Bank übernimmt eine neue Rolle im Zahlungsverkehr zwischen Europa und China: Die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China, hat das Institut zur Renminbi-Clearingbank für Europa ernannt.
Damit ist die Deutsche Bank die erste Bank in Europa, die diese Funktion übernehmen darf. Das Clearing erfolgt in Frankfurt und soll grenzüberschreitende Geschäfte in der chinesischen Währung vereinfachen.
Deutsche-Bank-Aktie: Direkterer Zahlungsverkehr mit China
Für europäische Unternehmen und Finanzinstitute bedeutet die neue Funktion, dass Renminbi-Zahlungen künftig direkt über die Deutsche Bank in Frankfurt abgewickelt werden können. Dazu gehören die Verarbeitung, Verrechnung und Abwicklung grenzüberschreitender Transaktionen. Das kann den Zahlungsverkehr für Unternehmen erleichtern, die mit chinesischen Geschäftspartnern handeln oder in China investieren.
Darüber hinaus erhalten Kunden Zugang zu Renminbi-Liquidität und weiteren Finanzdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Lösungen für Zahlungsverkehr, Liquiditätsmanagement, Handelsfinanzierung und Investitionen. Die Deutsche Bank will damit ihre Rolle als Verbindung zwischen dem europäischen und dem chinesischen Finanzsystem ausbauen.
Deutsche-Bank-Aktie: Frankfurt gewinnt an Bedeutung
Auch für den Finanzplatz Frankfurt ist die Ernennung relevant. Durch das neue Clearingangebot können europäische Finanzinstitute und Unternehmen ihre Renminbi-Geschäfte stärker über Frankfurt abwickeln. Damit gewinnt die Stadt als Standort für internationale Zahlungs- und Finanzgeschäfte weiter an Bedeutung.
Für die Deutsche Bank ist die Ernennung zugleich ein wichtiger Schritt im Geschäft mit China. Alexander von zur Mühlen, CEO für Asien-Pazifik, Europa, Nahost und Afrika sowie Deutschland, erklärte, das Mandat stärke die Position der Bank als internationaler Clearingpartner und verbessere die finanzielle Verbindung zwischen China und Europa.
Deutsche Bank-Aktie: China will eigene Währung internationalisieren
Zur Einordnung: Aktuell gibt es Tendenzen, dass sich der Renminbi (Yuan) internationalisiert. Hintergrund sind die Bestrebungen Chinas, seine Handelsströme abzusichern, Abhängigkeiten vom US-Dollar zu reduzieren und den eigenen Finanzsektor global zu verankern.
Der Renminbi ist nicht frei konvertierbar. Deshalb kann China internationale Zahlungen nicht einfach über offene Devisenmärkte abwickeln und braucht Banken im Ausland, welche diese Funktion übernehmen. Die Volksrepublik baut daher ein globales Netzwerk von Clearing‑Instituten auf – wie jetzt die Deutsche Bank in Frankfurt.
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