Am heutigen Dienstag rückt die Deutsche Bank durch eine Kombination aus positiven Analystenstimmen und der Beilegung eines langjährigen Rechtsstreits in den Mittelpunkt des Marktgeschehens. Das Frankfurter Geldhaus kann eine bedeutende juristische Altlast zu den Akten legen und erhält zugleich neuen Rückenwind durch eine angehobene Bewertung.
Juristischer Durchbruch und Analysten-Lob
Medienberichten zufolge einigte sich die Bank gestern mit dem ehemaligen Investmentbanker Dario Schiraldi auf einen Vergleich. Schiraldi hatte ursprünglich eine Forderung in Höhe von 152 Millionen Euro gegen seinen früheren Arbeitgeber erhoben.
Das Handelsblatt berichtete über die Einigung, durch die eine weitere Eskalation der millionenschweren Klage abgewendet wurde. Details zu den finanziellen Konditionen der Vereinbarung wurden zunächst nicht öffentlich bekannt.
Parallel zu dieser Entspannung an der Rechtsfront sorgte heute eine neue Einschätzung von Warburg Research für Optimismus. Die Analysten hoben das Kursziel für die Aktie am heutigen Dienstag von 39,00 Euro auf 41,50 Euro an und bekräftigten ihre Kaufempfehlung. Diese positive Einschätzung stützt den aktuellen Trend des Papiers.
Mit einem Schlusskurs von 35,53 € am Montag notiert die Aktie nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,74 €, das am Freitag markiert wurde. Der Abstand zu diesem Höchststand beträgt lediglich 0,6 %.
Aktienrückkäufe und operative Stärke
Flankiert wird die Kursentwicklung durch umfangreiche Maßnahmen zur Kapitalrückführung. Die Deutsche Bank gab am 24. August den erfolgreichen Abschluss eines Aktienrückkaufprogramms über eine Milliarde Euro bekannt. Im Zeitraum zwischen dem 26. Februar und dem 21. August erwarb das Institut insgesamt 35,7 Millionen eigene Anteile zu einem volumengewichteten Durchschnittskurs von 28,00 Euro.
Unmittelbar nach Ende dieser Tranche startete am 25. August ein weiteres Rückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Euro. Diese Maßnahme wird aus dem Nettogewinn des laufenden Geschäftsjahres finanziert.
Die Grundlage für diese Ausschüttungen bildet die operative Entwicklung: Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen ein Nachsteuerergebnis von 1,9 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 10 % im Vergleich zum Vorjahresquartal und stellt einen neuen Höchstwert für diesen Zeitraum dar.
Tarifabschluss und Zinsausblick
Auch im Privatkundengeschäft gab es zuletzt wichtige Weichenstellungen. Für die Tarifbeschäftigten der Postbank wurde bereits Anfang Juli eine Einigung erzielt. Diese sieht eine Erhöhung der monatlichen Bezüge um 175 Euro ab Juli 2026 vor, gefolgt von einer weiteren Anhebung um 2,9 % im Sommer des nächsten Jahres. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Juli 2028.
Mit Blick auf das geldpolitische Umfeld erwarten Experten von Deutsche Bank Research weitere Schritte der Europäischen Zentralbank. Medienberichten zufolge rechnen sie damit, dass die EZB nach einer erwarteten Erhöhung im September die Zinsen im Dezember um zusätzliche 25 Basispunkte anheben wird. Ein solches Szenario könnte das Zinsumfeld für das Kerngeschäft der Bank weiter festigen.
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