RBC setzt nach den gestern veröffentlichten Geschäftszahlen auf weiteres Rentabilitätspotenzial bei der Deutschen Bank. Das Analysehaus erhöhte sein Kursziel gestern von 36 auf 40 Euro und bestätigte die Empfehlung „Outperform“.
Analystin Anke Reingen knüpft das Aufwärtspotenzial an eine Bedingung: Leistung und Profitabilität müssen weiter steigen. Entscheidend ist damit nicht allein das erreichte Ergebnisniveau, sondern dessen nachhaltiger Ausbau.
Höhere Ziele sind noch keine Zusage
Das Management erwägt Medienberichten zufolge, die Finanzziele mit den Jahreszahlen im Januar 2027 anzuheben. Eine beschlossene Prognoseerhöhung ist das nicht. Der Termin wird aber zum wichtigen Prüfpunkt dafür, wie viel zusätzlichen Spielraum die Bank tatsächlich sieht.
Bislang strebt die Deutsche Bank für 2028 eine Rendite auf das materielle Eigenkapital nach Steuern von über 13 Prozent an. Die Kosten-Ertrags-Quote soll unter 60 Prozent liegen.
Die Führung betrachtet das Renditeziel inzwischen als Untergrenze und sieht Potenzial für ein Übertreffen. Für Anleger verschiebt sich dadurch der Maßstab: Gute Geschäfte müssen sich dauerhaft in einer höheren Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals niederschlagen. Genau daran knüpft auch die positive Einschätzung von RBC an.
Kostensenkungen müssen den Ausblick tragen
Für 2026 erwartet das Management Erträge klar über 33 Milliarden Euro und Kosten von rund 21,3 Milliarden Euro. Damit stehen neben dem Ertragswachstum auch die Ausgaben im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung.
Die Bank setzt dafür auf eine Vereinfachung ihrer Infrastruktur. In der Privatbank konsolidiert sie Plattformen und will dadurch ihre operative Aufstellung verschlanken. Die geplanten Maßnahmen sind deshalb ein wesentlicher Teil der Rentabilitätsperspektive.
Die Zuversicht stützt sich zugleich auf das Vermögensgeschäft. Starke Kundenzuflüsse und höhere Verwaltungsgebühren liefern Rückenwind. Sie ersetzen jedoch nicht die notwendige Kostendisziplin, wenn die Bank ihre langfristigen Renditeansprüche übertreffen will.
Kreditrisiken begrenzen den Spielraum
Ein Gegengewicht bildet die Risikovorsorge. Im abgelaufenen Quartal betrug sie 501 Millionen Euro und lag damit 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Belastungen kamen insbesondere aus US-Gewerbeimmobilien.
Das Management erwartet eine spätere Normalisierung der Kreditkosten. Solange diese Entlastung noch aussteht, können höhere Rückstellungen einen Teil der operativen Fortschritte aufzehren. Die Renditeperspektive hängt deshalb nicht nur von Einsparungen und Gebührenerträgen ab.
RBCs höheres Kursziel beschreibt damit eine Chance unter Bedingungen, keinen Selbstläufer. Für die nächste Bewertungsetappe zählen die möglichen neuen Finanzziele, die Umsetzung der Kostensenkungen und die Entwicklung der Kreditrisiken. Erst ihr Zusammenspiel entscheidet darüber, ob aus dem angekündigten Spielraum dauerhaft höhere Rentabilität wird.
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