Deutsche Bank-Aktie: Millionenzahlung im Cum-Ex-Skandal

Die Deutsche Bank hat eine Teileinigung im Cum-Ex-Skandal erzielt und 29 Millionen Euro Steuerschuld beglichen. Die Vereinbarung betrifft zwei Fonds, während weitere Ermittlungen laufen.

Auf einen Blick:
  • Deutsche Bank übernimmt 29 Mio. Euro von insgesamt 85 Mio. Euro Steuerschuld für zwei Cum-Ex-Fonds
  • Einigung betrifft nur kleinen Teil der Cum-Ex-Verwicklungen der Bank
  • Weitere Ermittlungen laufen, Bank kooperiert mit Strafverfolgungsbehörden
  • Cum-Ex-Geschäfte verursachten dem deutschen Staat Schäden von mindestens zehn Milliarden Euro

Die Deutsche Bank hat eine Teileinigung im Cum-Ex-Steuerskandal erzielt. Laut Geschäftsbericht 2025 übernahm das Institut 29 Millionen Euro einer Steuerschuld und zahlte diese Summe an das Bundeszentralamt für Steuern. Die Vereinbarung betrifft zwei Fonds, bei denen die Gesamtsteuerschuld 85 Millionen Euro beträgt. Ein Sprecher der Bank erklärte, man habe sich an einer einvernehmlichen „Poollösung“ beteiligt, um Rechtsfrieden herzustellen.

Rolle der Bank bei den betroffenen Fonds

Nach Angaben des „Handelsblatts“ bezieht sich die Einigung auf die Spezialfonds Baca und JS Futures. Die Deutsche Bank hatte für diese Fonds als Dienstleister fungiert und Finanzierungen bereitgestellt. Die Zahlung erscheint als pragmatische Lösung, um zumindest einen Teil der rechtlichen Auseinandersetzungen zu beenden.

Allerdings bleibt unklar, wie diese Teileinigung die Gesamtposition der Bank im Cum-Ex-Komplex beeinflusst. Die 29 Millionen Euro stellen nur einen Bruchteil der geschätzten zehn Milliarden Euro dar, die dem deutschen Staat durch Cum-Ex-Geschäfte insgesamt entstanden sind.

Deutsche Bank AG Aktie Chart

Ermittlungen laufen weiter

Der Geschäftsbericht der Deutschen Bank listet weitere laufende Cum-Ex-Ermittlungen auf. Das Institut betont seine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden. Im Jahr 2022 war die Bank im Zusammenhang mit den illegalen Aktiengeschäften durchsucht worden.

Bei Cum-Ex-Deals ließen sich Banken und Investmentgesellschaften mehrfach Kapitalertragsteuer auf Dividenden erstatten, die nur einmal gezahlt worden war. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit und ohne Dividendenanspruch hin und her geschoben. Die Gesetzeslücke wurde erst 2012 geschlossen, nachdem die Geschäfte bis 2011 ihren Höhepunkt erreicht hatten.

Wie sich die Cum-Ex-Verwicklungen langfristig auf die Reputation und die finanzielle Belastung der Deutschen Bank auswirken werden, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Nach Angaben des Vereins Finanzwende stehen noch über 1.700 Personen unter Verdacht, an Cum-Ex-Geschäften beteiligt gewesen zu sein. Die Bank dürfte weiterhin mit rechtlichen und regulatorischen Konsequenzen konfrontiert sein.

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