Zum ersten Mal seit 2019 wird die Deutsche Bank in diesem Jahr wieder eine Hauptversammlung in Präsenz abhalten. Damit reagiert das Unternehmen auf anhaltende Kritik der eigenen Aktionäre. Die beklagten sich in der jüngeren Vergangenheit über eine steife Kommunikation bei virtuellen Veranstaltungen.
Vollkommen verabschieden will die Deutsche Bank sich vom digitalen Format allerdings nicht. Im vergangenen Jahr kündigte das Geldhaus an, in Zukunft wenigstens alle vier Jahre eine Hauptversammlung in Präsenz abhalten zu wollen. Man könnte sich also viel Zeit lassen, um die Anleger wieder persönlich einzuladen. Über die Pläne für die kommenden Jahre ist aber noch nichts bekannt.
Der Vorstand will sich mehr gönnen
Thema bei der Hauptversammlung im Mai wird unter anderem die Vergütung der Aufsichtsräte sein. Die ist nach Ansicht der Deutschen Bank nicht länger „wettbewerbsfähig“. Vorgesehen ist, dass die Grundvergütung für Aufsichtsratsmitglieder von bisher 300.000 auf künftig 350.000 Euro ansteigt. Der Vorsitzende soll statt 950.000 1,15 Millionen Euro erhalten und die Basisvergütung seines Stellvertreters um 75.000 auf 550.000 Euro ansteigen.
Was die Aktionäre darüber denken mögen, bleibt wohl abzuwarten. An anderer Stelle zieht die Deutsche Bank sich schon seit Längerem den Sparstrumpf an und reduziert die Anzahl der Mitarbeitet. Das dürfte gerade in der öffentlichen Wahrnehmung nicht allzu gut ankommen. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass der Aufsichtsrat sich dessen bewusst ist.
Die Deutsche Bank-Aktie tut sich schwer
Deutsche Bank Aktie Chart
An der Börse erlebte die Deutsche Bank dank der Waffenruhe im Nahen Osten am Mittwoch eine kleine Erholung. Jene kommt aber schon wieder ins Stocken, da sich das Ganze als doch eher brüchig erweist. Die Furcht vor hoher Inflation und steigenden Zinsen ist noch nicht verschwunden, was der Deutschen Bank Rückschläge im Geschäft mit neuen Krediten bescheren könnte. Der Aktienkurs blieb heute Morgen bei eher mauen 27,42 Euro stecken.
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