Die Deutsche Bank-Aktie hat am Mittwoch die Marke von 35 Euro übersprungen und damit den höchsten Stand seit vielen Jahren erreicht. Auslöser ist eine deutliche Hochstufung durch Goldman Sachs, die dem Papier neuen Schub verleiht.
Analyst Chris Hallam hob das Kursziel von 37 auf 43,75 Euro an und stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Seine Begründung: Die Bank starte in eine Phase höherer Profitabilität, getragen von stärkerer Ertragsdynamik und operativem Hebel. Ab 2027 komme zusätzlich mehr Flexibilität beim Kapital hinzu — für Hallam bekommen Anleger diese Aussichten derzeit zu einem günstigen Preis.
Aufholjagd nach schwachem Frühjahr
Der aktuelle Lauf ist auch eine Erholung. Nach einem Kurseinbruch im Februar und März dieses Jahres fiel die Aktie zeitweise auf rund 25 Euro, bevor eine kräftige Aufwärtsbewegung einsetzte. Börsianer sahen im Vergleich zum europäischen Bankensektor Aufholbedarf — eine Einschätzung, die sich mit dem jüngsten Anstieg bestätigt.
Wer auf eine Fortsetzung der Rally bis auf 38 Euro setzt, findet am Markt entsprechende Hebelprodukte. Ein Call-Optionsschein mit Fälligkeit im Dezember und Basispreis bei 35,50 Euro würde bei diesem Szenario um gut 40 Prozent zulegen. Turbo-Zertifikate mit Knock-out-Schwellen unterhalb von 33 Euro bieten bei gleichem Kursziel sogar Hebelchancen von 70 bis über 100 Prozent — bei entsprechend höherem Risiko, falls die Marke unterschritten wird.
Sewing warnt vor politischen Risiken
Neben der operativen Geschichte meldete sich Bank-Chef Christian Sewing beim „Handelsblatt-Bankengipfel“ in Frankfurt zu Wort. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnte er vor dem Aufstieg populistischer Parteien. Abschottung und Nationalismus lösten kein einziges Problem, so Sewing, sie schwächten den Standort und schreckten Investitionen sowie Fachkräfte ab.
Die Aussage fällt in eine Phase, in der die AfD in Umfragen zur Wahl deutlich vorne liegt. Für die Bank selbst hat die politische Positionierung keine unmittelbare Kursrelevanz, sie unterstreicht aber, wie stark das Institut wirtschaftliche Stabilität mit politischen Rahmenbedingungen verknüpft sieht.
Die Goldman-Einschätzung bleibt damit der eigentliche Treiber der Aktie. Ob die Deutsche Bank die nächste Widerstandszone bei 38 Euro zügig erreicht, dürfte sich in den kommenden Wochen an der weiteren Kursreaktion auf die Hochstufung entscheiden.
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