Der frühere Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar hat am Freitag vor dem Court of Appeal in London die Aufhebung seiner Verurteilung erreicht. Das berichtete Reuters. Die Entscheidung betrifft die juristische Aufarbeitung von Referenzzinsmanipulationen. Für die Bewertung der Deutschen Bank stehen daneben die Geschäftsentwicklung und die Quartalszahlen am 28. Oktober im Mittelpunkt.
Berufungsentscheidung zu früherem Händler
Bittars Verurteilung betraf die Manipulation von Referenzzinssätzen. Nach dem Reuters-Bericht hatte er sich acht Jahre zuvor schuldig bekannt. Mit der Entscheidung des Londoner Berufungsgerichts wurde diese Verurteilung aufgehoben.
Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen dem persönlichen Verfahren des früheren Händlers und der wirtschaftlichen Entwicklung der Bank entscheidend. Die Aufhebung einer Verurteilung ist eine juristische Nachricht. Sie sollte nicht mit einer Aussage über Erträge, Risiken oder die Bewertung des Unternehmens gleichgesetzt werden.
Damit liefert das Urteil einen neuen Stand in der Aufarbeitung eines früheren Falls. Einen anderen Blick auf die Deutsche Bank erlauben ihre personellen Entscheidungen und die Vorbereitung auf den nächsten Ergebnisbericht.
Personeller Ausbau in der Golfregion
Am Mittwoch berichteten Medien über die Verlagerung von Ilya Korobov von London nach Dubai. Korobov ist Director Debt Capital Markets für CEEMEA. Außerdem wurde Adel Taleb zum Ausbau der Distressed Products Group in die Region versetzt. Die Meldung nennt Nitin Sawhney als Leiter der Institutional Client Group für MENA.
Diese Personalentscheidungen betreffen das operative Geschäft und damit eine andere Ebene als das Berufungsverfahren. Sie richten den Blick auf den Ausbau regionaler Aktivitäten. Für Anleger sind solche Schritte vor allem im Zusammenhang mit der späteren Geschäftsentwicklung einzuordnen, nicht als unmittelbarer Beleg für zusätzliche Erträge.
JPMorgan richtet Blick auf Quartalszahlen
JPMorgan bestätigte am Dienstag die Einstufung „Overweight“ für die Deutsche Bank und ein Kursziel von 41 Euro. Analyst Kian Abouhossein aktualisierte sein Bewertungsmodell mit Blick auf die bevorstehenden Quartalszahlen.
Die positive Einschätzung des Analysehauses ist damit ausdrücklich an die Vorbereitung auf den Ergebnisbericht geknüpft. Sie ist eine Analystenbewertung und keine bereits gemeldete Geschäftszahl. Das Kursziel beschreibt die Einschätzung von JPMorgan, nicht einen garantierten künftigen Aktienkurs.
Die Deutsche Bank veröffentlicht am 28. Oktober ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Dieser Termin bietet den nächsten konkreten Anker für die fundamentale Bewertung. Das Bittar-Urteil betrifft die juristische Vergangenheit eines früheren Händlers; der Ergebnisbericht wird dagegen die jüngere Geschäftsentwicklung der Bank abbilden. Für die Anlageentscheidung sollten diese beiden Ebenen getrennt bleiben.
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