Die Deutsche Bank hat ihr Aktienrückkaufprogramm über 1,0 Milliarden Euro abgeschlossen und legt sofort nach. Am Dienstag startete ein neues Programm über bis zu 500 Millionen Euro, das spätestens am 11. Dezember endet. Begrenzt ist der Rückkauf auf maximal 50 Millionen Aktien, vorbehaltlich fortbestehender Genehmigung.
Das abgeschlossene Programm lief seit Ende Februar. Zwischen dem 26. Februar und dem 21. August erwarb die Bank 35,7 Millionen eigene Aktien, das entspricht 1,87 Prozent des Grundkapitals. Der volumengewichtete Durchschnittskurs lag bei 28,00 Euro je Aktie – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau von 34,79 Euro. Allein in der letzten Woche des alten Programms, vom 17. bis 21. August, kaufte die Bank noch einmal 1.748.441 Aktien zurück.
Erstmals aus dem laufenden Jahresgewinn finanziert
Bemerkenswert ist die Finanzierungsstruktur des neuen Programms: Erstmals speist die Deutsche Bank einen Rückkauf aus dem Nettogewinn des laufenden Geschäftsjahres. Die zurückgekauften Aktien werden nicht gehalten, sondern eingezogen – das Grundkapital sinkt entsprechend. Für die EZB-Genehmigung, ohne die ein solches Programm nicht anlaufen kann, liegt laut Mitteilung der Bank bereits das Grüne Licht vor.
Der fortgesetzte Rückkauf fällt in eine Phase, in der sich das regulatorische Umfeld für die Bank spürbar entspannt. Die US-Notenbank Federal Reserve hat eine seit April 2017 bestehende Cease-and-Desist-Anordnung gegen die Deutsche Bank AG, die DB USA Corporation und die New Yorker Zweigstelle beendet.
Die Fed terminierte die Maßnahme am 13. August – nach mehr als neun Jahren verschwindet damit ein Kapitel, das die US-Geschäfte der Bank lange belastet hatte.
Neues Kernbanksystem und China-Mandat als weitere Bausteine
Auch operativ tut sich etwas. Reuters berichtete, die Bank mache in ihrer Retail-Sparte Fortschritte bei der Modernisierung alter IT-Systeme und habe ein neues Kernbanksystem ausgewählt. Ziel ist es, 15 einzelne Systeme auf zwei zu konsolidieren – ein Schritt, der langfristig Kosten senken soll.
Zusätzlich meldete sich die Deutsche Bank Anfang August als erste Renminbi-Clearingbank in Europa. Das Mandat unterstreicht die Ambitionen der Bank im chinesischen Kapitalmarktgeschäft und dürfte das Transaktionsgeschäft mit chinesischen Kunden stärken.
Kursreaktion und Ausblick
Die Aktie honoriert die Nachrichtenlage. Am Freitag legte das Papier um 1,2 Prozent zu und markierte damit fast wieder das 52-Wochen-Hoch, von dem es nur noch 0,5 Prozent entfernt notiert. Über die vergangenen 30 Tage hat der Kurs um 12 Prozent zugelegt.
Auch auf Führungsebene setzt man auf die eigene Aktie: Kapitalmarktmitteilungen zufolge kauften Gerlinde Siebert, Kirsty Roth und Sigmar Gabriel Ende Juli Aktien der Deutschen Bank im Rahmen eines bereits im Mai erteilten Auftrags. Solche Insider-Käufe fallen zwar deutlich kleiner aus als die konzerneigenen Rückkaufprogramme, signalisieren aber zusätzliches Vertrauen in die Bewertung des Papiers.
Mit dem neuen 500-Millionen-Programm, der regulatorischen Entlastung in den USA und den Fortschritten bei IT und China-Geschäft sammelt die Deutsche Bank mehrere positive Impulse zugleich. Ob sich die Rally fortsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie schnell sich die operativen Fortschritte in den kommenden Quartalszahlen niederschlagen.
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