Die Deutsche Bahn nimmt sich ein altbekanntes Ärgernis vor: unzuverlässige Informationen bei Verspätungen und Störungen. Mit einem Sofortprogramm will der Konzern die Kundenkommunikation grundlegend überarbeiten — und setzt dabei auf künstliche Intelligenz als zentrales Werkzeug.
Bahn-Chefin Evelyn Palla stellte die Maßnahme gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder vor. Bis Ende 2027 fließen rund 50 Millionen Euro zusätzlich in bessere Reisendeninformation. Kernstück ist die virtuelle Assistenz „Kiana“, die künftig in über 100 Sprachen präzise Auskünfte zu Reisen liefern soll.
Neue App und mehr Anzeiger
Parallel zur KI-Assistenz plant die Bahn eine überarbeitete IT-Infrastruktur, die Störungsmeldungen schneller verarbeiten und an die richtigen Kanäle weiterleiten soll. Eine neue Info-App namens „DB Info“ soll ab Ende 2026 verfügbar sein und die bisherige Reiseauskunft ablösen.
An den Bahnhöfen selbst wird sich ebenfalls etwas tun: 7.000 neue Anzeigetafeln sollen für bessere Lesbarkeit und mehr Informationsvielfalt sorgen. Die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation wandert zur DB Infrago — dem Infrastruktursparte-Ableger des Konzerns. Ziel ist eine Information über Betreibergrenzen hinweg, die bislang oft an Zuständigkeitsgrenzen zwischen verschiedenen Bahnunternehmen scheiterte.
Das Sofortprogramm reiht sich in eine breitere Initiative ein, die auch Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen adressieren soll. Für Anleihegläubiger bleibt die Investition überschaubar — 50 Millionen Euro sind angesichts der Bilanzsumme des Staatskonzerns ein kleiner Posten. Entscheidender dürfte sein, ob die Maßnahmen tatsächlich zu einer verlässlicheren Betriebsführung beitragen, die sich langfristig auch auf die Finanzkennzahlen der Bahn auswirkt.
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