Die Fluggäste zahlen mehr, doch bei Delta kommt davon weniger an. Die US-Airline hat mit ihren Zahlen zum dritten Quartal die Gewinnprognose für 2026 deutlich gesenkt. Der Grund: Der Kerosinpreis frisst die höheren Ticketerlöse auf.
Prognose auf Talfahrt
Für das Gesamtjahr erwartet Delta nun einen bereinigten Gewinn von 5,10 bis 5,60 Dollar je Aktie. Im Juli hatte der Konzern noch 6,50 bis 7,50 Dollar in Aussicht gestellt. Der Mittelwert der Spanne sinkt damit um fast ein Viertel.
Auch beim freien Cashflow nimmt Delta den Fuß vom Gas. Das Ziel liegt jetzt bei 2,5 Milliarden Dollar, zuvor waren bis zu 4 Milliarden Dollar angepeilt. Die Treibstoffkosten dürften 2026 um rund sechs Milliarden Dollar über dem Vorjahr liegen. Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar sind die Kerosinpreise kräftig gestiegen. Kerosin ist nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenblock der Branche.
Umsatz wächst, Marge schrumpft
Im dritten Quartal stieg der bereinigte Umsatz um 16 Prozent auf 17,59 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,72 Dollar und verfehlte die Erwartungen von 1,76 Dollar knapp. Es war das erste Mal seit zwei Jahren, dass Delta die Schätzungen unterbot.
Die Kerosinausgaben schnellten um 62 Prozent nach oben. Die operative Marge sank dadurch von 11,1 auf 9,4 Prozent.
Immerhin: Konzernchef Ed Bastian sieht bislang keine Nachfrageschwäche durch die höheren Preise. Die US-Flugpreise lagen in den fünf Monaten bis August im Schnitt rund 25 Prozent über Vorjahr. Wie lange Reisende weitere Aufschläge mittragen, ist offen. Für das Gesamtjahr peilt Delta einen Vorsteuergewinn von etwa 4,5 Milliarden Dollar an.
Ausblick und Kursreaktion
Das vierte Quartal soll bei etwa 20 Prozent Umsatzwachstum liegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird zwischen 1,15 und 1,65 Dollar erwartet, womit die Prognose unter den Analystenschätzungen liegt. Eine Teilentlastung bietet die eigene Raffinerie bei Philadelphia, die dieses Jahr voraussichtlich rund 700 Millionen Dollar Gewinn beisteuert. Den Ölpreisschock gleicht sie nicht aus.
Die Aktie gab nach den Zahlen vorbörslich um knapp zwei Prozent nach, obwohl der Gesamtmarkt freundlich tendierte. Die Bewegung war also unternehmensspezifisch.
Zusätzlich kommt Wetter ins Spiel: Wegen des Hurrikans „Isaias“ an der US-Golfküste bietet Delta wie United und JetBlue betroffenen Passagieren kostenlose Umbuchungen auf wenige Tage später an. Die Zahlen von United, American und Southwest dürften zeigen, ob die Konkurrenz ähnlich unter den Treibstoffkosten leidet und wie viel sie an Kunden weitergeben kann.
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