Dell-Aktie: Vor der Zerreißprobe?

Dell präsentiert Quartalsergebnisse mit Fokus auf KI-Server und Profitabilität. Der Hardware-Konzern steht trotz Rekordaufträgen unter Margendruck.

Auf einen Blick:
  • Rekordauftragsbestand bei KI-Servern
  • Margendruck trotz starken Umsatzwachstums
  • Größte organisatorische Transformation geplant
  • Ergebnisse nach US-Börsenschluss erwartet

Dell steht vor einem entscheidenden Moment. Während die gesamte Branche vom KI-Boom profitiert, erlebte das Papier zuletzt einen deutlichen Rücksetzer. Wenn das Unternehmen am morgigen Donnerstag seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegt, geht es vor allem um eine Frage: Kann das Hardware-Urgestein die hohen Erwartungen an seine Server-Sparte endlich in nachhaltige Gewinne ummünzen?

Rekordaufträge treffen auf Margendruck

Der Fokus der Anleger liegt primär auf dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Mit einem Auftragsbestand von rekordverdächtigen 18,4 Milliarden US-Dollar bei KI-Servern ist die Pipeline prall gefüllt. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit Auslieferungen im Wert von 25 Milliarden US-Dollar – eine Steigerung von 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Nachfrage staatlicher Stellen im Bereich der „Sovereign AI“ treibt das Volumen derzeit massiv voran.

Doch dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Der Markt sorgt sich um die Profitabilität. Trotz des starken Umsatzwachstums rechnen Beobachter mit einem Rückgang der Bruttomarge auf etwa 20,2 Prozent. Dieser Druck erklärt unter anderem, warum die Aktie mit aktuell 100,76 Euro fast 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Anleger warten ungeduldig darauf, ob die Skalierung der Produktion die gestiegenen Kosten auffangen kann.

Umbau unter „Project Maverick“

Hinter den Kulissen bereitet sich Dell zudem auf die größte organisatorische Transformation seiner Geschichte vor. Unter dem internen Namen „Project Maverick“ sollen ab Mai verstreute Anwendungen, Datenbanken und Serverstrukturen auf einer einzigen Unternehmensplattform vereint werden. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Effizienz in den Bereichen Vertrieb, Finanzen und Personalwesen drastisch zu steigern. Das Management will so die interne Komplexität reduzieren, die durch das schnelle Wachstum der letzten Jahre entstanden ist.

Entscheidung am Donnerstag

Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt am Donnerstag, den 26. Februar, nach US-Börsenschluss. Da am selben Tag auch der Branchenriese Nvidia seine Bücher öffnet, dürfte die Volatilität im gesamten Technologiesektor hoch ausfallen. Neben den Finanzdaten wird die dauerhafte Ernennung von David Kennedy zum Finanzvorstand für personelle Klarheit sorgen, während die Quartalsdividende von 0,525 US-Dollar je Aktie für eine konstante Komponente im Profil des Unternehmens sorgt.

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