Delivery Hero-Aktie: Das war mehr als deutlich!

Der drittgrößte Investor Aspex Management fordert Delivery Hero ultimativ zum Verkauf nicht-kernfähiger Aktivitäten auf und droht mit rechtlichen Schritten gegen die Führung.

Auf einen Blick:
  • Aspex Management (9,2% Anteil) fordert umfassende Verkäufe von Geschäftsbereichen
  • Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten fast ein Drittel an Wert
  • Profitabilität liegt laut Aspex deutlich unter der von Wettbewerbern
  • Investor kritisiert rechtliche Risiken von über 1,4 Milliarden Euro

Die Aktie von Delivery Hero steht unter Druck. In den vergangenen zwölf Monaten verlor das Papier im Frankfurter Handel fast ein Drittel an Wert. Der Marktwert des Lieferdienstes liegt aktuell bei rund 5 Milliarden Euro. Hinter dieser Entwicklung steckt nicht nur die schwierige Lage der gesamten Branche, sondern zunehmend auch der Unmut großer Investoren.

Der Hongkonger Vermögensverwalter Aspex Management, mit rund 9,2 Prozent drittgrößter Aktionär, hat CEO Niklas Östberg nun in einem Schreiben aufgefordert, alle Geschäftsbereiche zu verkaufen, bei denen Delivery Hero nicht der beste Eigentümer ist. Einzelne Länderverkäufe oder Minderheitsbeteiligungen würden nicht ausreichen, heißt es in dem Brief, wie Reuters berichtet.

Delivery Hero SE Aktie Chart

Zweifel an der strategischen Neuausrichtung

Delivery Hero hatte im Dezember angekündigt, Optionen zur Verbesserung der Finanz- und Geschäftslage zu prüfen. Doch Aspex zweifelt an der Ernsthaftigkeit dieser Bemühungen. „Es gibt unter den Aktionären eine breite Skepsis, ob Delivery Hero die strategische Überprüfung mit ausreichender Dringlichkeit oder Ernsthaftigkeit verfolgt“, schreibt der Investor.

Aspex droht offen damit, rechtliche Schritte einzuleiten, sollte das Management nicht kurzfristig klare Verpflichtungen eingehen. Dies schließe ausdrücklich Maßnahmen ein, die auf einen Austausch der Unternehmensführung abzielen. Eine Stellungnahme von Delivery Hero lag zunächst nicht vor.

Profitabilität und rechtliche Risiken

Der Investor führt die schwächere Profitabilität von Delivery Hero im Vergleich zu Wettbewerbern wie DoorDash, Uber Eats oder Grab auf die breite geografische Streuung zurück. Während fast alle globalen Lieferdienste ihre Aktivitäten konzentriert hätten, sei Delivery Hero weiterhin in über 70 Ländern aktiv. Dies führe zu erheblichen Mittelabflüssen, um Marktanteile zu verteidigen.

Besonders kritisch sieht Aspex die rechtlichen Risiken. Die aufgelaufenen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten von über 1,4 Milliarden Euro seien „völlig inakzeptabel“. Das Management habe das Unternehmen und seine Aktionäre einem nicht vertretbaren Risikoniveau ausgesetzt.

Die Branche kämpft seit Jahren mit hauchdünnen Margen und intensivem Wettbewerb. Frühere Versuche von Delivery Hero, regionale Geschäfte abzustoßen, scheiterten bereits. Wie ernst es Aspex mit seinen Drohungen meint und wie die anderen Großaktionäre reagieren, dürften die kommenden Wochen zeigen.

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