Ein Bloomberg-Bericht am Freitagabend hat den Markt aufgewühlt: Uber soll eine Komplettübernahme von Delivery Hero prüfen. Nachbörslich schoss die Aktie auf Tradegate daraufhin um rund 7 Prozent in die Höhe.
Uber als Großaktionär — und mehr?
Die Gerüchteküche kocht, und das nicht ohne Vorgeschichte. Noch zu Wochenbeginn hatte Uber per Pflichtmitteilung gemeldet, seine direkte Beteiligung auf 19,5 Prozent ausgebaut zu haben. Über Optionen sicherte sich der Fahrdienst-Riese Zugriff auf weitere 5,6 Prozent — insgesamt sind Uber damit 25,1 Prozent der Stimmrechte zuzurechnen.
Ebenfalls am Montag hatte Uber erklärt, derzeit keine 30-Prozent-Schwelle anpeilen zu wollen. Der aktuelle Bloomberg-Bericht deutet nun an, dass hinter den Kulissen offenbar weitreichendere Optionen erwogen werden. Uber soll auch mit anderen Delivery-Hero-Anteilseignern gesprochen haben. Weder Delivery Hero noch Uber äußerten sich offiziell dazu. Die genannten Kreise betonten, die Überlegungen liefen noch — ein Deal sei keineswegs sicher.
Aktionärsstruktur als Puzzlespiel
Das Aktionärsbild macht eine mögliche Transaktion komplex. Neben Uber halten Aspex Management aus Hongkong rund 14,6 Prozent und Prosus knapp 16,8 Prozent. Prosus steht allerdings unter Druck: Im Zuge der Übernahme von Just Eat Takeaway durch Prosus im Jahr 2025 hatte die EU die Auflage erteilt, den Großteil der Delivery-Hero-Beteiligung innerhalb von zwölf Monaten zu veräußern. Das könnte einen Käufer begünstigen — zumal Delivery Hero derzeit mit mehr als 10 Milliarden Euro bewertet wird.
Für Uber wiederum dürfte das Überschreiten weiterer Beteiligungsschwellen Kartellbehörden auf den Plan rufen. Das Unternehmen müsste für bestimmte Schritte vorab Genehmigungen einholen.
Insider-Verkauf im Hintergrund
Parallel zu den Spekulationen meldete Delivery-Hero-Vorstandsmitglied Johannes Bruder einen Aktienverkauf. Am 20. Mai veräußerte er knapp 8.600 Aktien zu rund 32,13 Euro je Stück — ausschließlich zur Begleichung von Steuern im Rahmen der Abwicklung von Restricted und Performance Stock Units. Solche RSU/PSU-Transaktionen sind programmgesteuerter Bestandteil von Vergütungsprogrammen und kein freiwilliger Marktverkauf.
Wie sich die Übernahmediskussion entwickelt, hängt wesentlich davon ab, ob und wann Prosus seine Beteiligung abbaut — und ob Uber dann bereit ist, zu einem Gesamtangebot zu greifen. Der Zeitdruck auf Prosus-Seite durch die EU-Auflage dürfte die nächsten Wochen merklich prägen.
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