33 Euro je Aktie. Das war Ubers erster Vorstoß am Samstag, ein indikatives Angebot, das Delivery Hero prompt abblitzen ließ. Und dann, am Montagmorgen, rauschte die Aktie auf bis zu 37,85 Euro, den höchsten Stand seit Ende November 2024, weil der Markt schlicht darauf wettet, dass Uber noch einmal nachbessert.
Erster Schuss saß daneben
Das Pikante an der Sache: Delivery Hero hatte am Freitag noch bei 33,59 Euro geschlossen. Ubers Angebot lag also faktisch unter dem damaligen Kurs. Kein Wunder, dass die Berliner ablehnten. Laut Financial Times soll Uber anschließend einen der größten Aktionäre mit 38 Euro kontaktiert haben, auch das wurde zurückgewiesen. Mehrere Aktionäre fordern demnach mehr als 40 Euro je Aktie. Die Lücke zwischen Angebot und Erwartung ist also noch beträchtlich.
Uber hat sich längst eingekauft
Was die Situation besonders interessant macht: Uber ist kein unbeschriebenes Blatt mehr bei Delivery Hero. Die Amerikaner halten bereits 19,5 Prozent der ausgegebenen Aktien, dazu weitere 5,6 Prozent über Finanzkontrakte. Noch vergangene Woche hatte Uber bei der Offenlegung des letzten Aktienkaufs beteuert, keine 30 Prozent der Stimmrechte anstreben zu wollen. Das klingt heute anders als noch vor wenigen Tagen.
Delivery Hero SE Aktie Chart
Antitrust, das ungelöste Problem
Die Analysten von Jefferies weisen in einer Kundenmitteilung auf eine ganze Reihe kartellrechtlicher Fragen hin, da Uber und Delivery Hero in 22 Märkten überlappen, neun davon in Europa. Das ist kein Randproblem, das ist der Knackpunkt jeder ernsthaften Übernahme. Wie viel Delivery Hero Uber am Ende wert ist und was die Regulierer dazu sagen, das sind zwei sehr verschiedene Fragen.
Delivery Hero hat in den vergangenen elf Handelssitzungen mehr als 80 Prozent zugelegt. Wer bei jetzt bei 37,60 Euro noch kauft, wettet darauf, dass Uber diesen Preis noch übertreffen muss. Ob das ein kluger Trade ist, hängt davon ab, wie ernst es Uber wirklich meint. Und das weiß derzeit wohl nicht einmal Uber selbst.
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