Delivery Hero Aktie: Aspex fordert Östberg-Rauswurf

Vor der Hauptversammlung am 23. Juni eskalieren Machtkämpfe bei Delivery Hero. Ein Hedgefonds will CEO Östberg stürzen, während Uber und Prosus um Einfluss ringen.

Auf einen Blick:
  • Hedgefonds Aspex fordert CEO-Abwahl
  • Uber hält über 36 Prozent der Stimmrechte
  • Übernahmeangebot von 33 Euro je Aktie
  • Umsatzwachstum von 17,8 Prozent im Q1

Am 23. Juni kommt Delivery Hero zur Hauptversammlung in Berlin zusammen. Das Treffen wird zum Showdown: Ein Großaktionär will CEO Niklas Östberg das Vertrauen entziehen. Gleichzeitig ringen Uber, Prosus und Aspex um Einfluss – und ein Übernahmeangebot liegt in der Luft.

Die Aktie notiert bei 39,19 Euro, nur zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. In den letzten zwölf Monaten legte der Kurs um 70 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung steigt, die Stimmung ist gereizt.

Das Kräfteverhältnis der Aktionäre

Uber hält rund 24,99 Prozent der Stimmrechte aus Aktien und weitere 11,84 Prozent über Instrumente – zusammen 36,83 Prozent. Ein Problem: Die BaFin sieht die Kontrollschwelle bei 30 Prozent. Wer diese Marke ohne Pflichtangebot überschreitet, bewegt sich in einer Grauzone. Die Lage bleibt bis zur HV ungeklärt.

Prosus hält 16,8 Prozent, darf auf der HV aber nicht selbst abstimmen. Ein Treuhänder verwaltet die Anteile. Aspex Management besitzt nach Zukäufen rund 14,4 Prozent – und wird zum wichtigsten Spieler.

Aspex fordert den Rauswurf

Der Hongkonger Hedgefonds hat einen Antrag auf Vertrauensentzug gegen CEO Östberg auf die Tagesordnung setzen lassen. Das geht aus Briefen an den Vorstand und Aufsichtsrat hervor. Aspex will, dass Delivery Hero ganze Regionen aufgibt und Östberg abtritt.

Reichen fünf Prozent der Stimmen, um den Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Für den Beschluss reicht die einfache Mehrheit. Das Ziel: Östbergs Ablösung erzwingen.

CEO-Wechsel und neuer Aufsichtsrat

Östberg wird das Unternehmen bis spätestens 31. März 2027 verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Parallel dazu wurde Roger Rabalais als unabhängiges Mitglied in den Aufsichtsrat berufen. Er tritt die Nachfolge von Warren Jenson an und stellt sich auf der HV zur Wahl.

Die zeitliche Nähe zum Antrag von Aspex spricht für sich: Der Druck zeigt Wirkung.

Übernahmepoker geht weiter

Delivery Hero bestätigte am 23. Mai, dass Uber 33 Euro je Aktie für ein Angebot ins Spiel gebracht hat. Wichtige Anteilseigner fordern mehr als 40 Euro. Ein erneuter Vorstoß bei 38 Euro wurde abgelehnt.

Parallel dazu plant die EU-Kommission, die Frist für Prosus zum Abbau seiner Beteiligung bis zum 11. Oktober zu verlängern. Ohne diese Verlängerung hätte Prosus seine Position bis Mitte August massiv reduzieren müssen.

Operatives Fundament bleibt intakt

Delivery Hero steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2026 um 17,8 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt das Management ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte von 910 bis 960 Millionen Euro an.

Der nächste Fixpunkt ist die Hauptversammlung am 23. Juni. Bis dahin stehen ein formales Uber-Angebot, die Klärung der Kontrollschwelle und neue Aussagen zum strategischen Prüfprozess im Raum. Die Weichen für die Zukunft des Lieferdienstes werden in Berlin gestellt.

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