Sieben Prozent Kursplus an einem Tag, an dem der breite Markt nachgab — das schafft nicht jedes Unternehmen. Deere gelang genau das, nachdem der Landmaschinenhersteller Quartalszahlen präsentierte, die deutlich über den Erwartungen lagen und gleichzeitig ein zentrales Signal an die Anleger sendeten: Der Boden im Agrargeschäft ist erreicht.
Zahlen, die überraschen
Der Gewinn je Aktie kletterte im dritten Quartal auf 5,10 Dollar und übertraf die Analystenschätzungen um 8,7 Prozent. Beim Umsatz von 12,61 Milliarden Dollar fiel die Überraschung mit 1,8 Milliarden Dollar über Prognose noch deutlicher aus. Die Aktie reagierte prompt und stieg auf über 620 Dollar.
Das eigentliche Signal steckt allerdings nicht in den nackten Zahlen, sondern in der Aussage des Managements: Das laufende Geschäftsjahr markiert demnach den Tiefpunkt des Agrarzyklus, eine schrittweise Erholung wird für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.
Erste Bestelldaten für die Modelljahr-2027-Geräte zeigen bereits ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr — ein früher Indikator, den Investoren genau beobachten dürften.
Bau- und Forstgeschäft trägt die Last
Während das klassische Ackerbaugeschäft mit rückläufigen Erlösen kämpft, springt eine andere Sparte in die Bresche. Der Bereich Construction & Forestry legte um 18 Prozent auf 3,62 Milliarden Dollar zu, der operative Gewinn verdoppelte sich nahezu. Getrieben wird dieses Wachstum von der Bautätigkeit rund um Rechenzentren — ein Trend, der Deere bislang eher selten zugeschrieben wurde.
Auch das kleinere Segment für Landwirtschafts- und Rasengeräte wuchs um 12 Prozent. Zöllle belasten das Unternehmen zwar mit jährlich rund 1,1 Milliarden Dollar, im dritten Quartal sorgten aber Rückerstattungen von 110 Millionen Dollar für spürbare Margenentlastung.
Die Kursziele der Analysten liegen weiterhin weit auseinander, zwischen 460 und 625 Dollar — ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Erholungsgeschwindigkeit eingeschätzt wird. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 35 ist eine deutliche Erholung bereits eingepreist, was wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Auffällig am Rande: Cathie Woods ARK-Fonds trennte sich zuletzt von einem kleinen Deere-Posten, während institutionelle Anleger insgesamt eher auf die Kombination aus zyklischer Bodenbildung und struktureller Diversifikation über das Baugeschäft setzen dürften. Ob die Bestelldynamik für 2027 tatsächlich anzieht, dürfte sich spätestens mit den Zahlen zum vierten Quartal im November zeigen.
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