DAX: Zwischen Hoffnung und Ölpreis-Damoklesschwert!

Der DAX erholt sich, doch hohe Ölpreise und geopolitische Spannungen trüben die Aussichten. Experten warnen vor zu frühem Optimismus.

Auf einen Blick:
  • DAX-Erholung könnte sich fortsetzen, bleibt aber fragil
  • Brent-Ölpreis über 100 Dollar wäre ein ernstes Inflationssignal
  • US-Preisdaten am Dienstag im Fokus der Anleger
  • Dichtes Quartalszahlenprogramm: Bayer, Munich Re, Siemens Energy und viele mehr

Die Erholung holpert, aber sie läuft. Der DAX hat in den vergangenen Tagen zwar Boden gutgemacht, doch wirklich sicher fühlt sich dabei niemand. Zu viele Variablen hängen in der Luft, zu viele davon liegen außerhalb jeder Unternehmenslogik.

Waffenstillstand wackelt, Ölpreis lauert

Was den Markt derzeit am stärksten in Atem hält, ist der Nahost-Konflikt. Der Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und dem Iran hält, aber eben nur so eben. Christian Reicherter von der DZ Bank schrieb dazu, die unter Marktteilnehmern vorherrschende Zuversicht scheine zuletzt etwas zu weit vorausgeeilt zu sein. Rückschläge im Annäherungsprozess müssten einkalkuliert werden. Das ist eine freundliche Umschreibung für: Der Markt hat sich zu früh gefreut.

Der eigentliche Knackpunkt ist der Ölpreis. Sollte Brent dauerhaft über 100 Dollar je Barrel notieren, droht ein Anstieg der Inflation. Und steigende Inflation zwingt Notenbanken zum Handeln. Was das für Aktien bedeutet, weiß jeder, der die Jahre 2022 und 2023 miterlebt hat.

Trump braucht niedrige Inflation, bekommt sie aber wohl nicht

Am Dienstag kommen die US-Preisdaten für April. Robert Greil (Privatbank Merck Finck) bringt es auf den Punkt: Wenn die Inflationsraten nicht alsbald sinken, gerät US-Präsident Donald Trump zur „Lame Duck“ bei den Zwischenwahlen im November. Der Trend zeige aber in die falsche Richtung. „Die US-Inflationszahlen für den April dürften sich eher der Vier- als der Dreiprozentmarke nähern“, so Greil. Das ist keine gute Ausgangslage.

Greil sieht zudem Munitionsengpässe und innenpolitischen Druck als Gründe, warum Trump an einem schnellen Ende des Kriegs interessiert sein dürfte. Ob das reicht, ist eine andere Frage.

DAX Index Chart

Liquidität hält den Deckel drauf

Die Experten von Index Radar formulieren es so: Hohe Ölpreise, geopolitische Spannungen und wieder anziehende Inflationserwartungen ergeben kein Umfeld, das normalerweise für Rekordstände in Aktienindizes wie dem DAX bekannt sei. Doch Liquidität, Technologiefantasie und robuste Unternehmensgewinne wirkten als erstaunlich belastbares Gegengewicht. Claudia Windt von der Helaba sieht noch keine Rückkehr in den Krisenmodus, solange Trump Verhandlungen mit dem Iran bekräftigt.

Vollbepackte Berichtssaison

Neben all dem Geopolitischen wartet diese Woche noch ein dichtes Quartalsprogramm. Dienstag melden Bayer, Munich Re und Siemens Energy. Mittwoch wird es noch voller: Allianz, Brenntag, Deutsche Telekom, Eon, Merck KGaA, Porsche Automobil Holding, RWE und Siemens stehen alle auf der Agenda. Wer also auf Ablenkung vom Kriegsgeschehen hofft, bekommt sie. Ob sie hilft, steht auf einem anderen Blatt.

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