Der DAX geht mit einem Minus in den Freitag. Kein dramatischer Einbruch, kein Ausverkauf, aber eben auch kein Aufatmen. 24.155 Punkte standen am Donnerstagabend auf dem Kurszettel, ein Rückgang von 0,2 Prozent. Wall Street lief in dieselbe Richtung, Dow Jones und S&P 500 verloren jeweils rund 0,4 Prozent. Der Grund ist bekannt und er nervt: Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran kommen nicht voran.
DAX Index Chart
Ifo macht es nicht besser
Als ob das nicht reichte, wartet am Freitag noch der Ifo-Geschäftsklimaindex für April. Ökonomen rechnen mit einem Rückgang auf 85,5 Punkte, nach 86,4 im März. Kein freier Fall, aber ein weiteres Zeichen dafür, dass die Stimmung in deutschen Chefetagen kippt. Geopolitik, Handelsunsicherheit, ein starker Euro, das alles hinterlässt Spuren.
Dazu kommen Hauptversammlungen bei Bayer und Merck KGaA. Bei Bayer wird CEO Bill Anderson den Aktionären erklären müssen, dass der Umbau des Konzerns ein langer Weg ist. Das wissen die meisten ohnehin schon.
SAP rettet den Tag
Dann ist da noch SAP. Der Walldorfer Softwarekonzern hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die sich gewaschen haben. Gewinn im ersten Quartal plus 17 Prozent, Cloud-Umsatz bei 5,96 Milliarden Euro und damit über den Erwartungen der Analysten von 5,88 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz kletterte um 6 Prozent auf 9,56 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis auf Non-IFRS-Basis stieg von 2,46 auf 2,87 Milliarden Euro, auch das besser als erwartet.
An der US-Börse legten die SAP-Aktien nach den Zahlen um 5,4 Prozent zu. Den Jahresausblick hat das Unternehmen bestätigt, Cloud-Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Mit einem kleinen Vorbehalt: Das gelte unter der Annahme einer Deeskalation im Nahen Osten. CFO Dominik Asam formulierte es so: „Wir haben uns weiterhin darauf konzentriert, unsere Kostenbasis zu steuern und die Rentabilität zu sichern, wahrend wir uns in einem zunehmend komplexen und unsicheren makroökonomischen und geopolitischen Umfeld bewegen.“
Geopolitik bleibt der Haken
Und da schließt sich der Kreis. SAP liefert, der Iran bremst. Das ist der DAX im April 2026 in einem Satz. Wer auf eine klare Richtung hofft, wartet wohl noch eine Weile.
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