Die abgesagte US-Attacke auf den Iran verändert am Montag die Stimmung an den Märkten. Der DAX startet mit einer Erleichterungsrally in die Woche — und kämpft dabei um die Rückeroberung der 25.000-Punkte-Marke.
Geopolitik als Kurstreiber
Der Auslöser ist klar: Nachdem die USA einen Militärschlag gegen den Iran absagten, entspannte sich das geopolitische Umfeld spürbar. Brent-Öl gab daraufhin um knapp fünf Prozent auf 83 US-Dollar je Barrel nach — dem tiefsten Stand seit dem 10. März. Der Euro reagierte mit einem Kurssprung und notierte am Morgen bei 1,1615 US-Dollar.
Hinzu kommt: Das EU-Parlament hatte zuletzt den Weg für einen US-Zolldeal freigemacht. Das stützt exportorientierte DAX-Schwergewichte zusätzlich.
Am Freitag schloss der Index bei 24.986 Punkten — knapp unter der 25.000er-Marke. Auf Jahressicht liegt der DAX damit rund 1,8 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar 7,4 Prozent.
Technisches Bild: Kaufsignale, aber Widerstände warten
Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage zeigen Kaufsignale. Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 24.511 Punkten — der DAX notiert knapp zwei Prozent darüber. Der RSI steht bei 56,5 und signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen.
Der erste Widerstand liegt beim Tageshoch vom 16. Juni bei 25.114 Punkten. Gelingt der Durchbruch, rückt das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.508 Punkten ins Blickfeld. Auf der Unterseite bildet das Tief vom 12. Juni bei 24.757 Punkten die erste Unterstützung.
Die Helaba stuft das technische Bild als „konstruktiv“ ein, warnt aber: Ein dauerhafter Anstieg über 25.000 Punkte lasse weiter auf sich warten. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners verweist auf das verlängerte US-Wochenende — geringere Umsätze machen den Markt anfälliger für Schwankungen.
Einzelwerte und Wochenausblick
Infineon zählt zu den Analysten-Favoriten im DAX: 24 von 31 Experten empfehlen die Aktie zum Kauf. Der Halbleiterwert profitiert besonders von der geopolitischen Entspannung und dem Rückgang der Risikoprämien im Sektor.
Weitere Impulse liefern RWE — wegen eines Berichts über einen möglichen Amprion-Zukauf — sowie UniCredit, die ihre Commerzbank-Beteiligung weiter ausbaut. Unter den Vorwochensiegern im DAX stach die Deutsche Bank mit einem Plus von 4,3 Prozent hervor.
Als mögliche Wochenspanne leiten Marktbeobachter einen Korridor zwischen 24.780 und 25.590 Punkten ab. Den politischen Takt gibt heute ein BDI-Pressegespräch mit Präsident Peter Leibinger vor — das Allzeithoch bei 25.508 Punkten bleibt das übergeordnete charttechnische Ziel.
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