Schlechte Nachrichten aus der heimischen Wirtschaft treffen auf eine globale Tech-Korrektur. Das Resultat: Der DAX unterbricht seine Rekordjagd. Am Dienstag rutschte der deutsche Leitindex wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Der Handelsschluss lag bei 24.893 Zählern. Ein möglicher Deal im Nahen Osten verhinderte stärkere Verluste.
Tech-Ausverkauf trifft auf Energie-Gewinner
Am Aktienmarkt fand eine massive Sektorrotation statt. Anleger trennten sich im großen Stil von Halbleiterwerten. Infineon verlor fast sieben Prozent. Die Aktie folgte damit dem globalen Abwärtstrend der Chip-Branche.
SAP trotzte dieser Entwicklung. Der Softwarekonzern kletterte um 3,38 Prozent nach oben. Starke Cloud-Wachstumszahlen aus dem aktuellen Quartalsbericht überzeugten die Investoren.
Parallel dazu profitierten energieintensive Unternehmen von sinkenden Rohstoffpreisen. RWE legte um gut zwei Prozent zu. Auch Bayer und die Deutsche Börse zählten zu den Gewinnern des Tages.
Rezessionssignale und billigeres Öl
Fundamentaler Gegenwind kam von den deutschen Einkaufsmanagerindizes (PMI). Der Sammelindex für die Privatwirtschaft fiel auf 48,0 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit Ende 2024. Besonders der Dienstleistungssektor rutschte mit 46,8 Punkten tief in den rezessiven Bereich ab.
Kein Wunder. Die Konjunktursorgen wiegen schwer. Eine Entspannung an den Energiemärkten federte den Druck jedoch etwas ab. Berichte über eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ließen den Ölpreis sinken. Ein Barrel der Sorte Brent verbilligte sich auf 77,10 US-Dollar. Das stützte die Kurse der Energieversorger.
Wichtige Unterstützungen halten
Charttechnisch hat sich das Bild kurzfristig eingetrübt. Der wiederholte Abpraller an der 25.000-Punkte-Marke zeigt den starken Widerstand in dieser Zone. Der übergeordnete Trend bleibt vorerst intakt.
Der DAX notiert weiterhin über seinem 50-Tage-Durchschnitt von aktuell 24.560 Punkten. Seit Jahresanfang steht noch immer ein moderates Plus von 1,44 Prozent auf der Anzeigetafel.
Zum 52-Wochen-Hoch bei gut 25.507 Zählern fehlt dem Index derzeit ein Aufschlag von rund zweieinhalb Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf ein neutrales Niveau gesunken. Das lässt dem Markt Raum für eine Stabilisierung.
In der kommenden Handelssitzung rückt die Zone um 24.800 Punkte in den Fokus. Hält diese Unterstützung, bleibt ein erneuter Angriff auf die 25.000er-Marke das Primärziel. Fällt der Ölpreis weiter, könnte dies die Inflationserwartungen dämpfen. Das würde der Europäischen Zentralbank mehr Spielraum für Zinssenkungen geben und dem Aktienmarkt neuen Rückenwind liefern.
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