Der Montag brachte kurz Schwung — die 25.000-Punkte-Marke war wieder in Reichweite. Gehalten hat sie nicht. Am Dienstag deutet der DAX einen weitgehend neutralen Start an, während rund um den Globus durchaus Bewegung herrscht.
Bank of Japan dreht weiter am Zinshebel
Die Bank of Japan hat ihren Leitzins von 0,75 auf ein Prozent erhöht. Weitere Schritte schloss das Gremium nicht aus — allerdings war kein Mitglied für ein noch aggressiveres Tempo. Das signalisiert: Der Normalisierungskurs geht weiter, aber kontrolliert. Mit einem Prozent liegt Japan nach wie vor weit unter dem Niveau anderer großer Wirtschaftszonen. Der Nikkei sprang kurz über 70.000 Punkte, konnte das Niveau jedoch nicht halten.
Aus China kamen gemischte Signale. Die Industrieproduktion fiel etwas besser aus als erwartet, der Einzelhandel enttäuschte hingegen deutlich: Im Mai sank er um 0,6 Prozent — der erste Rückgang seit mehr als drei Jahren. Das erhöht den Druck auf Peking, die Binnennachfrage mit Konjunkturprogrammen zu stützen. Für Frankfurt ist das relevant: Die deutsche Wirtschaft hängt stärker als jede andere große Volkswirtschaft am chinesischen Exportmarkt.
Die Iran-Euphorie verfliegt schnell
Der Wochenbeginn stand im Zeichen des US-Iran-Rahmenabkommens. Märkte feierten kurz, dann kam die Ernüchterung. Faktisch handelt es sich um eine sechzigtägige Waffenstillstandsverlängerung — das iranische Atomprogramm, der eigentliche Kern des Konflikts, ist noch gar nicht verhandelt. Ein LBBW-Experte spricht von einem „diplomatischen Erfolg auf Bewährung“. Die Anschlusskäufe blieben am Montag aus, und der DAX rutschte wieder unter 25.000.
Hinzu kommt, dass der Mittwoch den nächsten großen Termin bringt: die US-Notenbank trifft ihre Zinsentscheidung. Neue Fed-Chef Kevin Warsh dürfte nach Einschätzung von Marktstrategen die Erwartungen nicht überraschen — sinkende Ölpreise haben den Inflationsdruck zuletzt etwas gedämpft. Der große Verfallstermin an den Terminbörsen am Freitag sorgt für zusätzliche Zurückhaltung.
Einzelwerte mit eigenen Impulsen
Siltronic nutzte den jüngsten Kursanstieg auf ein Mehrjahreshoch für eine Kapitalerhöhung: Drei Millionen neue Aktien zu je 91 Euro bringen brutto 273 Millionen Euro ein. Der Kurs reagierte mit einem Abschlag von rund fünf Prozent — ein typisches Muster nach solchen Maßnahmen.
Gea Group erhielt von der Deutschen Bank eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 70 Euro, was dem Papier rund ein Viertel Aufwärtspotenzial zuschreibt. Porsche AG profitiert von einer weiteren Hochstufung, diesmal durch Barclays auf „Equal Weight“.
Den Ton am Markt bestimmt indes weiter SpaceX: Die Aktie setzte ihre Rally fort und nähert sich der 200-Dollar-Marke. Abstrahleffekte auf den DAX bleiben begrenzt — der Index dürfte vorerst weiter zwischen 24.800 und 25.000 Punkten pendeln, bis Mittwoch Klarheit über den Fed-Kurs bringt.
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