DAX: GD 20 als nächste Hürde

Der DAX zeigt sich trotz Nahost-Konflikt und Tech-Schwäche freundlich. Entscheidend für den weiteren Verlauf sind die US-Inflationsdaten am Nachmittag.

Auf einen Blick:
  • Leichtes Plus zum Handelsauftakt
  • Geopolitische Spannungen belasten
  • US-Inflationsdaten als Schlüsselfaktor
  • Charttechnische Widerstände im Blick

Der DAX startet am Mittwoch mit einem kleinen Plus in den Handel — trotz eines schwierigen Umfelds. Geopolitische Eskalation im Nahen Osten, Gegenwind aus dem Tech-Sektor und ein entscheidender Datenpunkt am Nachmittag: Die Gemengelage ist alles andere als komfortabel.

Tech-Korrektur und Iran-Konflikt belasten das Sentiment

Gestern hatte die Wall Street dem deutschen Leitindex die Richtung vorgegeben — nach unten. Insbesondere der Halbleiter-Sektor sorgte für ungewöhnlich hohe Volatilität, nachdem KI-getriebene Bewertungen hinterfragt wurden. Diese Schwäche setzte sich in Asien fort: Tokio und Seoul litten unter Gewinnmitnahmen, Taiwan folgte.

Parallel dazu verschärfte sich der Iran-Konflikt. Trotz laufender Waffenruhe-Verhandlungen beschoss das US-Militär Luftabwehranlagen nahe der Straße von Hormus. Teheran antwortete mit ballistischen Raketen auf US-Stützpunkte in der Golfregion und Jordanien. Kuwaits Luftabwehr war im Einsatz. Bemerkenswerterweise gaben die Ölpreise trotz dieser Eskalation weiter nach — was zumindest die Inflationssorgen leicht dämpft.

Alles hängt an den US-Preisdaten

Der entscheidende Impuls kommt heute Nachmittag: die US-Verbraucherpreise für Mai. Experten erwarten einen Anstieg der Inflationsrate auf 4,2 Prozent — das wäre der stärkste Preisanstieg seit mehr als zwei Jahren. Ein überraschend hoher Wert könnte Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der Fed anfachen und die Märkte erneut unter Druck setzen. Eine Fed-Sitzung steht bereits in der kommenden Woche an.

Charttechnisch bewegt sich der DAX in einem intakten Aufwärtstrend seit Ende März. Nach dem lokalen Hoch bei 25.445 Punkten am 25. Mai korrigierte der Index bis auf 24.399 Punkte am 8. Juni. Das nächste Zwischenziel für Käufer liegt bei 25.058 Punkten — ein Widerstandsbereich, dessen Überwindung zugleich eine offene Kurslücke schließen würde. Das Allzeithoch vom 13. Januar bei rund 25.510 Punkten bleibt die übergeordnete Zielmarke.

Der gleitende 20-Tage-Durchschnitt, den der Index zuletzt unterschritten hat, ist dabei der kurzfristige Gradmesser. Gelingt die Rückeroberung, könnten weitere Kaufsignale folgen — auch die Slow Stochastik steht kurz vor einem möglichen Wechsel ins positive Territorium. Nach unten gilt die Zone um 23.775 Punkte als relevante Unterstützung.

Wie sich die Lage entwickelt, zeigen die CPI-Daten am Nachmittag. Fallen sie höher als erwartet aus, dürfte der Index die technische Erholung erst einmal auf Eis legen.

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