Nach drei Jahren robuster Marktentwicklung stehen Anleger vor möglichen Gegenwinden im Jahr 2026. Der Krieg im Iran treibt die Ölpreise auf Niveaus, die das Gespenst der Inflation erneut heraufbeschwören. Das weckt unangenehme Erinnerungen an 2022, als der Ukraine-Krieg eine Energiepreisrally auslöste und die Inflation massiv ansteigen ließ.
Für 2026 warnen Experten nun vor einer ähnlich drastischen Entwicklung, sollte Rohöl aufgrund des Konflikts im Nahen Osten längere Zeit auf erhöhten Preisniveaus verharren. Laut Joachim Schallmayer von der Dekabank müsste ein Barrel Brent-Öl mehrere Monate über 100 US-Dollar notieren, um Zentralbanken zu aggressiven Zinserhöhungen zu zwingen. Der DAX ist bereits deutlich von seinem Rekordhoch bei knapp 25.508 Punkten im Januar zurückgekommen und notiert aktuell im negativen Bereich.
DAX Index Chart
Die Zins-Falle schnappt zu
Hohe Zinsen treffen den Aktienmarkt doppelt hart. Sie verteuern Investitionen und Kredite, was das Wirtschaftswachstum dämpft und die Gewinnaussichten der Unternehmen schmälert. Gleichzeitig machen hohe Zinsen Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver. Genau dieses Szenario spielte sich 2022 ab und kostete den DAX damals erheblich.
Entscheidend für die weitere Entwicklung ist laut Analysten, wie lange potenzielle Störungen der Ölversorgung durch die Straße von Hormus andauern. Noch liefert die Weltwirtschaft Rückenwind, und Impulse durch höhere Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung wirken positiv. Auch strukturelle Trends wie der KI-Innovationszyklus treiben Investitionen in Technologie-Infrastruktur an.
Verbraucherschützer raten zu Gelassenheit und langfristigem Anlagehorizont. Doch Konstantinos Liolis von Proaktiva warnt deutlich. Ruhe bewahren bedeute nicht passiv sein, sondern bereits Monate im Voraus Risikotoleranz und Portfoliostruktur definiert zu haben. Wer jetzt handeln will, sollte nach Ansicht von Axia Asset Management ein langfristiges Kerndepot klar von einem kurzfristigen Trading-Portfolio trennen.
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