Donnerstag war ein guter Tag. Der DAX eröffnete bei 23.715 Punkten, drehte dann kräftig nach oben und schloss auf Tageshoch, ein Plus von knapp 2,5 Prozent in einer einzigen Sitzung. Das ist keine Kleinigkeit. Und nun, nach dem langen Wochenende, soll der Anschluss her: Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor Xetra-Eröffnung auf 24.334 Punkte, ein Plus von etwa 0,2 Prozent. Die DAX-Futures notierten im Frühhandel bei 24.458 Zählern.
Muster mit Geschichte
Technisch hat der Donnerstag einiges angerichtet, im positiven Sinne. Der DAX bildete ein sogenanntes Bullish-Engulfing-Muster, eine Kerzenformation, bei der die Tageskerze den gesamten Vortag „verschluckt“. Christoph Geyer, Technischer Analyst, schrieb in seinem Wochenendkommentar, eine solche Formation stelle „im Wesentlichen nichts anderes als einen Stimmungswechsel dar“.
DAX Index Chart
Allerdings, und das ist der Haken, war der vorangegangene Abwärtstrend nicht ausgeprägt genug, um einen großen Ausbruch zu rechtfertigen. Dennoch scheint ein Test der Widerstandszone bevorzustehen, die sich vom psychologisch wichtigen Niveau bei 24.500 Punkten bis knapp an die 24.800 erstreckt.
Trump lässt grüßen
Und dann ist da noch die andere Seite der Medaille. Trump nutzte sein Truth-Social-Konto am Freitag, um scharfe Zollerhöhungen auf EU-Fahrzeuge anzukündigen, verbunden mit dem gewohnten Unmut über Europa und Deutschland im Besonderen. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich umsetzen.
Ob der DAX die Widerstandszone also wirklich knackt oder ob Trump die Erholung abermals abwürgt, wird sich zeigen. Das Muster vom Donnerstag war jedenfalls beeindruckend. Nein, sagen wir es so: Es war ein ordentlicher Reversal, der Luft nach oben lässt. Wie viel Luft, das entscheidet gerade jemand in Washington.
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