Die letzte vollständige Handelswoche vor dem Börsenabgang beginnt. Am 30. Juni 2026 stellt Datagroup die Börsennotierung ein. Zwei frische Datenpunkte begleiten den Start: Halbjahreszahlen und die technische Umstellung auf Namensaktien.
Umsatz wächst, Marge bricht ein
Am 28. Mai legte Datagroup die Zahlen für das erste Halbjahr 2025/2026 vor. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 285,9 Millionen Euro. Auf den ersten Blick solide — bis man auf die Margen schaut.
Die EBIT-Marge fiel auf 6,3 Prozent. Im Vorjahreshalbjahr lag sie noch bei 8,1 Prozent, im Gesamtjahr 2024/2025 sogar bei 8,4 Prozent. Der Rückgang ist deutlich. Im zweiten Quartal sanken die Erlöse leicht auf 138,8 Millionen Euro nach 140,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Namensaktie und Kurs
Parallel zu den Zahlen vollzog Datagroup die Umstellung von Inhaber- auf Namensaktien. Der erste Handelstag der neuen Gattung war der 28. Mai 2026. Die Deutsche Börse hatte Xetra entsprechend vorbereitet.
Der letzte Xetra-Schlusskurs liegt bei 77,49 Euro. Auf Jahressicht steht die Aktie mit plus 35,6 Prozent im Plus. Das 52-Wochen-Hoch von 78,70 Euro stammt vom 13. März 2026 — der aktuelle Kurs liegt knapp darunter.
Expansion und neue Dividendenpolitik
Kurz vor dem Delisting kauft Datagroup den niederländischen IT-Dienstleister Valid Managed Services. Das Unternehmen sitzt in Eindhoven, beschäftigt rund 180 Mitarbeitende und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 35 Millionen Euro. Der Abschluss steht noch unter üblichen Vollzugsbedingungen.
Die Dividendenpolitik hat Datagroup im Zuge der KKR-Beteiligung grundlegend geändert. Gewinne fließen künftig vorrangig zurück ins Unternehmen — in KI, Cloud und Cyber Security. Für das Geschäftsjahr 2026 zahlt Datagroup eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie. Die Rendite liegt bei 0,06 Prozent.
Das ist kein Wunder: Wer das Unternehmen von der Börse nimmt, braucht keine Aktionäre mehr zu besänftigen.
Mit dem Halbjahresumsatzanstieg auf der einen und dem Margenrückgang auf der anderen Seite liefern die jüngsten Zahlen genau die Abwägung, die die verbleibenden Handelstage bis Ende Juni prägen wird. Weitere datierte Termine stehen im Finanzkalender nicht mehr.
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