Für Datagroup-Aktionäre zeichnet sich ein entscheidender Termin ab: Ende Juni läuft die Börsennotierung in München aus. Die am Donnerstag vorgelegten Halbjahreszahlen zeigen zwar solide operative Fortschritte – doch die Investitionen in die Zukunft belasten das Ergebnis.
Wachstum im Kerngeschäft
Im ersten Halbjahr steigerte Datagroup den Umsatz um 2,2 Prozent auf 285,9 Millionen Euro. Der Rohertrag legte überproportional zu – die Marge verbesserte sich auf 72,4 Prozent, nach 70,2 Prozent im Vorjahr. Grund sind gesunkene Materialkosten.
Anders sieht es beim operativen Ergebnis aus. Das EBIT fiel auf 18,1 Millionen Euro, die Marge sank von 8,1 auf 6,3 Prozent. Das Management verweist auf Sonderaufwendungen für strategische Investitionen.
Das Kernprodukt CORBOX bleibt dabei der zentrale Treiber für die Cloud- und Infrastruktursparte. CEO Andreas Baresel betont, die aktuellen Ausgaben sicherten langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.
Bilanz gestärkt
Die Neukundengewinnung blieb mit Aufträgen von 17,4 Millionen Euro stabil. Hinzu kamen 6,3 Millionen Euro aus Cross- und Upselling.
Die Bilanz zeigt sich indes gestärkt: Die liquiden Mittel stiegen auf 26,6 Millionen Euro, die Nettoverschuldung sank auf 144,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote kletterte auf 34,6 Prozent.
Börsenabschied im Juni
Im Juni tritt ein neuer Finanzvorstand an, der die strategische Ausrichtung begleiten soll. Das beherrschende Thema bleibt jedoch der Rückzug von der Börse. Die seit Januar angekündigte Delisting-Notierung im Freiverkehr der Börse München soll Ende des zweiten Quartals 2026 auslaufen.
Ab Juli wird sich der Aktienhandel damit spürbar verändern. Die Liquidität dürfte deutlich sinken – ein Aspekt, den jeder Aktionär im Blick behalten sollte.
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