Darum ist PayPal eine Value-Falle!

PayPal ist derzeit die teuerste Schnäppchenjagd an der Börse. Ja, der Zahlungsdienstleister ist günstig bewertet. Doch Anleger tappen in eine Value-Falle!

Auf einen Blick:
  • Skalierung des Umsatzplus nicht möglich
  • Kosten fressen fast alles auf
  • Transaktionsgebühren steigen stark
  • Konkurrenz drängt massiv
  • Kein Burggraben

PayPal wirkt auf den ersten Blick wie das Schnäppchen des Jahrzehnts. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei mickrigen 11, Forward-KGV sogar nur 10 – so billig war die Aktie seit zehn Jahren nicht mehr.

Viele Value-Jäger reiben sich die Hände: Hier liegt ein ehemaliger Tech-Star zum Spottpreis rum! Doch wer jetzt zugreift, könnte sich gewaltig die Finger verbrennen. PayPal ist keine unterschätzte Perle – es ist eine klassische Value-Falle.

PayPal Aktie Chart

PayPal kann die Umsätze nicht skalieren

Ja, PayPal hat von 2021 bis zu den Trading Twelve Months (TTM – die Ergebnisse der letzten vier Quartale addiert) seinen Umsatz um 29,5 Prozent auf 32,9 Mrd. Dollar gesteigert.

Doch!!! PayPal kann den Umsatz nicht skalieren. Der Gewinn stieg im selben Zeitraum „nur“ um 17,9 Prozent.

PayPal: Operative Kosten fressen vieles auf

Das wahre Drama spielt sich auf der Kostenseite ab. PayPal bekommt die Ausgaben für das tägliche Geschäft einfach nicht in den Griff.

Die operativen Kosten schwanken konstant zwischen 81 und 83 Prozent des Umsatzes – ein Wert, der jeden seriösen Unternehmer nachts wach hält. Klar, an der Verwaltung kann man noch ein bisschen sparen, aber die richtig fiesen Brocken sind die Transaktionskosten.

Die Gebühren, die PayPal an Banken, Kreditkartenanbieter und Co. abdrücken muss, klettern unaufhaltsam: Von 40 Prozent im Jahr 2021 auf inzwischen 48 Prozent. Das ist fast jeder zweite Dollar, der direkt wieder rausfliegt – und der Trend zeigt steil nach oben. PayPal hat hier kaum Spielraum. Die Kostenstruktur sind derzeit in Beton gegossen.

Kein Burggraben – die Konkurrenz frisst PayPal auf

Früher war PayPal der unangefochtene König der Online-Zahlungen. Heute? Tja, diese Zeit ist vorbie.

Der Burggraben, den Warren Buffett so liebt, existiert praktisch nicht mehr. Visa und Mastercard drücken weiterhin mächtig, aber die echte Gefahr kommt von den Jungen und Hungrigen: Klarna, Amazon Pay, Apple Pay, Google Pay – und sogar Walmart mischt inzwischen kräftig mit.

In Amerika boomen E-Wallets wie verrückt, immer mehr Anbieter drängen in den Markt. PayPal hat keine echte Technologie-Barriere, keine Netzwerkeffekte mehr, die Neulinge aufhalten könnten.

Stattdessen wird der Kuchen immer kleiner geschnitten – und PayPal bekommt immer dünnere Stücke.

Value-Falle pur: Billig aus gutem Grund

Ja, das KGV ist historisch tief. Ja, auf dem Papier sieht PayPal aus wie ein Schnäppchen. Aber genau das macht die Falle so perfide: Der Markt preist bereits ein, dass das Geschäft nicht mehr wächst, die Margen schrumpfen und die Konkurrenz weiter zubeißen wird.

Günstig ist nicht gleich billig – manchmal ist es einfach nur teuer verkauftes Risiko. Wer jetzt auf eine große Turnaround-Wette setzt, wettet gegen fundamentale Realitäten: fehlendes Wachstum, explodierende Kosten und einen Markt, der PayPal nicht mehr braucht.

Fazit: Finger weg von PayPal! Die Aktie mag auf dem Papier verlockend sein, aber die Falltür ist schon geöffnet. Wer hier investiert, zahlt am Ende Lehrgeld – und das kann richtig teuer werden.

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