Bessere Zahlen als erwartet, und trotzdem geht es mit der Aktie bergab — bei Danone klaffen Fundamentaldaten und Kursreaktion an diesem Mittwoch auseinander. Der Hersteller von Activia-Joghurts und Aptamil-Babynahrung meldete für das zweite Quartal ein vergleichbares Umsatzwachstum von 4,2 Prozent, mehr als Analysten kalkuliert hatten. Die Aktie verlor in Paris zeitweise bis zu vier Prozent und fiel auf 69,72 Euro.
Der Grund für die Skepsis liegt im Detail. Von den 4,2 Prozent Wachstum stammen 2,3 Prozentpunkte aus Preiserhöhungen, nur 1,9 Prozentpunkte aus höheren Mengen. JPMorgan-Analystin Celine Pannuti bemängelte, das Volumenwachstum sei etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben — ein Signal, dass die reale Nachfrage schwächer wächst, als es die Schlagzeile suggeriert.
Protein-Trend trägt das Geschäft
Angetrieben wurde das Wachstum vor allem von proteinreichen Joghurts und medizinischer Nahrung für ältere und kranke Menschen. Der Boom bei Abnehmmedikamenten hat die Nachfrage nach eiweißreichen und darmfreundlichen Produkten zusätzlich beflügelt. Im ersten Halbjahr kletterten die Erlöse um gut ein Prozent auf 13,9 Milliarden Euro, vergleichbar lag das Plus bei 3,5 Prozent. Unter dem Strich verdiente Danone rund 1,2 Milliarden Euro — 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die operative Marge zog im ersten Halbjahr um 12 Basispunkte auf 13,3 Prozent an, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg leicht auf 1,92 Euro. Belastet wurde die Profitabilität von einem Rückruf bei Babynahrung und steigenden Rohstoffkosten infolge des Nahost-Konflikts. Konzernchef Antoine de Saint-Affrique bestätigte die Jahresprognose von drei bis fünf Prozent vergleichbarem Wachstum und stellte in Aussicht, dass das operative Ergebnis stärker zulegen soll als der Umsatz.
Nordamerika bleibt die Baustelle
Der von de Saint-Affrique eingeleitete Konzernumbau — Trennung von wenig rentablen Sparten, Fokus auf proteinreiche Milchprodukte und Nahrung für Krebspatienten — zeigt Wirkung, vor allem in Europa und Asien. In Nordamerika dagegen kommt die Wende nur langsam voran. Neue Produktionslinien für Joghurt sollen im Verlauf des Jahres 2026 sukzessive hochgefahren werden, das Creamer-Geschäft unter der Marke International Delight stabilisiert sich erst allmählich.
Auf der Wachstumsseite treibt Danone die Expansion über Zukäufe voran: Die Übernahmen von Kate Farms und der australischen Molkerei-Beteiligung sind bereits vollzogen, die geplante Akquisition von Huel sowie der Kauf der Made Group in Asien-Pazifik sollen in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Hinzu kommt ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem argentinischen Partner Arcor für das dortige Milchgeschäft.
Für das dritte Quartal hat der Konzern selektive Preiserhöhungen angekündigt, um die anhaltend hohen Rohstoffkosten in der Molkereisparte auszugleichen. Zudem soll sich der temporäre Lageraufbau von rund 250 Millionen Euro — eine Vorsichtsmaßnahme gegen Lieferkettenstörungen — im zweiten Halbjahr wieder auflösen.
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