Schwache Kurse, starke Kaufargumente: Bei Danaher klafft die Lücke zwischen Börsenstimmung und Analystenerwartungen weit auseinander. Die Aktie des Life-Sciences- und Diagnostikkonzerns ist auf ein neues Tief gerutscht, während die Wall Street überwiegend optimistisch bleibt. Genau dieser Widerspruch macht den Fall so brisant.
Am Freitag schloss die Aktie bei 138,95 Euro, ein Tagesminus von 1,52 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf 17,24 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 29,35 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 207,05 Euro hat sich der Titel inzwischen um 32,89 Prozent entfernt. Der Kurs liegt auch klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Analysten bleiben auffällig gelassen
Der Kursrutsch hat auch prominente Kommentatoren erreicht. CNBC-Moderator Jim Cramer sprach von einem „einst ausgezeichneten Unternehmen“, dessen Aktie nach einer Reihe schwächerer Quartale „regelrecht zerschlagen“ worden sei. Das ist hart formuliert, trifft aber den wunden Punkt: Danaher muss nach der Corona-Sonderkonjunktur wieder Vertrauen in nachhaltiges Wachstum aufbauen.
Die Analystengemeinde hält bislang dagegen. Unter 21 erfassten Experten dominieren 17 klare Kaufurteile, daneben stehen nur wenige neutrale Einschätzungen. Der Konsens bleibt damit deutlich positiver als der Kursverlauf.
RBC Capital nahm die Beobachtung Mitte Mai mit „Outperform“ wieder auf und nannte ein Kursziel von 200 Dollar. Das entsprach zum damaligen Kursniveau einem Aufwärtspotenzial von 21,6 Prozent.
Noch größer ist die Distanz zum Marktkonsens. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 245,70 Dollar und damit fast zur Hälfte über dem aktuellen Niveau. Das höchste genannte Ziel von 310 Dollar wirkt nach dem jüngsten Abverkauf allerdings sehr ambitioniert.
Bioprocessing liefert ein erstes Signal
Operativ gibt es einen Punkt, der die Zuversicht erklärt. Die Aufträge für Bioprocessing-Ausrüstung sind erstmals seit fast zwei Jahren wieder ins Plus gedreht. Für Danaher ist das wichtig, weil dieser Bereich besonders stark unter der Normalisierung nach dem Pandemieboom litt.
Im ersten Quartal erreichte das bereinigte EBITDA 1,988 Milliarden Dollar und stieg um 5,7 Prozent. Die Marge verbesserte sich auf 33,4 Prozent. Das zeigt: Der Konzern arbeitet weiterhin profitabel, auch wenn der Markt derzeit vor allem auf das schwächere Wachstum schaut.
Der Umsatz lag bei 5,95 Milliarden Dollar und damit knapp unter dem Konsens von 6 Milliarden Dollar. Belastend wirkte eine ungewöhnlich schwache Atemwegssaison bei Cepheid mit einem Gegenwind von 2,5 Prozentpunkten.
Ohne diesen Effekt wuchs das Kerngeschäft um rund 3 Prozent. Das Bioprocessing-Segment kam sogar auf ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich. Für das laufende Geschäftsjahr hob Danaher die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 8,35 bis 8,55 Dollar an.
Dividende und Bewertung im Blick
Auf der Hauptversammlung Anfang Mai wählten die Aktionäre elf Direktoren für Amtszeiten bis 2027. Die reguläre Quartalsdividende beträgt 0,40 Dollar je Aktie; als Zahlungstermin ist der 31. Juli vorgesehen, Stichtag ist der 26. Juni.
Der Markt preist bei Danaher derzeit viel Skepsis ein. Die Aktie handelt nahe den tiefsten Bewertungsniveaus der vergangenen Jahre, während erste operative Signale auf eine Stabilisierung im Bioprocessing hindeuten. Der nächste Hebel ist klar: Aus positiven Auftragssignalen muss wieder sichtbares Umsatzmomentum werden.
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