Ein genehmigter Antrag beim US-Handelsministerium verschafft Daimler Truck spürbaren Rückenwind. Der Lkw-Bauer hebt seine Jahresprognose für 2026 an — mit Wirkung zum 1. November 2025 hat Washington die Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen bestätigt. Das verändert die Zollrechnung für das Nordamerika-Geschäft entscheidend.
Warum die Prognose steigt
Daimler Truck erwartet nun ein bereinigtes EBIT von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro für das Gesamtjahr, nach zuvor 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro. Der Konzernabsatz soll auf 340.000 bis 370.000 Einheiten steigen, 10.000 mehr als bisher angepeilt an der Untergrenze. Im Industriegeschäft rechnet der Konzern jetzt mit einem Umsatz von 43 bis 47 Milliarden Euro und einer bereinigten Umsatzrendite von 7 bis 9 Prozent — zuvor lag die Spanne bei 6 bis 8 Prozent.
Den größten Sprung macht Trucks North America. Die Sparte soll künftig eine Rendite von 9 bis 11 Prozent erreichen, deutlich über der alten Zielspanne von 6 bis 8 Prozent. Auch der Absatz in Nordamerika wird höher taxiert, auf 160.000 bis 180.000 Fahrzeuge. Der freie Cashflow des Industriegeschäfts soll sich auf 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro belaufen.
Buses bremst, Zahlen fallen gemischt aus
Nicht jedes Segment profitiert. Bei Daimler Buses senkt der Konzern die Absatzprognose auf 20.000 bis 25.000 Einheiten — die anhaltend schwache Marktlage in Lateinamerika und Mexiko drückt auf das Geschäft.
Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zeigen ein durchwachsenes Bild. Das bereinigte EBIT der Gruppe lag bei 838 Millionen Euro und verfehlte den Konsensus von 878 Millionen Euro leicht. Auch Umsatz und Marge im Industriegeschäft blieben unter den Erwartungen. Beim freien Cashflow überrascht Daimler Truck dagegen positiv: 1,762 Milliarden Euro stehen einem Konsensus von nur 611 Millionen Euro gegenüber.
Auf Segmentebene zeigt sich ein ähnliches Muster wie im Konzern. Trucks North America übertraf mit einer Rendite von 8,4 Prozent die Erwartungen, während Mercedes-Benz Trucks mit 6,0 Prozent hinter dem Konsensus zurückblieb. Daimler Buses lieferte trotz der schwächeren Absatzaussichten ein überraschend starkes Quartals-EBIT von 150 Millionen Euro.
Die angehobene Prognose steht unter einem klaren Vorbehalt: Sie geht von einem unveränderten USMCA-Rahmen aus und blendet mögliche weitere Zollverschiebungen oder geopolitische Entwicklungen aus. Den vollständigen Zwischenbericht mit geprüften Zahlen veröffentlicht Daimler Truck am 7. August 2026 — dann zeigt sich, ob die vorläufigen Werte Bestand haben.
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