Während viele Autobauer beim Thema Wasserstoff zurückrudern, geht Daimler Truck den entgegengesetzten Weg. Konzernchefin Karin Rådström kündigte an, bis Ende des Jahrzehnts einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in wasserstoffbetriebene Lastwagen zu investieren. Die Botschaft ist klar: Der Stuttgarter Nutzfahrzeughersteller will bei einer Technologie vorangehen, die andere Hersteller gerade aufgeben.
Zwei Antriebe, eine Strategie
Rådström setzt bewusst auf eine Doppelstrategie. Neben batterieelektrischen Lkw, in die der Konzern nach eigenen Angaben bereits viel investiert hat, soll Wasserstoff nun den nächsten Schub bringen.
Aus Sicht der Managerin ergänzen sich die Technologien: Wasserstoff punktet bei Nutzlast, Reichweite und Tankzeit, während der Ausbau der Stromnetze an Grenzen stößt. Für welche Kunden welche Lösung passt, hänge stark von Land, Energiepreisen und lokaler Infrastruktur ab.
Aus den Erfahrungen der Elektromobilität will Daimler Truck lernen. Statt Fahrzeuge ohne passendes Ökosystem auf den Markt zu bringen, sucht der Konzern früh Partnerschaften mit Unternehmen aus Transport, Energie und Industrie. Details zu diesem Ökosystem-Ansatz sollen auf einer Messe in Hannover in der kommenden Woche folgen.
Konkret wird die Strategie bereits in diesem Jahr: Nach Tests mit Prototypen plant Daimler Truck ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 Wasserstoff-Fahrzeugen im Kundeneinsatz. Die Brennstoffzellen-Technik erzeugt dabei elektrische Energie aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff.
Rüstungsgeschäft als zweites Standbein
Parallel zur Antriebswende baut die Tochter Daimler Truck Defence ihr Geschäft mit Verteidigungspartnern aus. Auf der Rüstungsmesse MSPO in Kielce unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit der polnischen Wehrtechnikgruppe PGZ.
Künftig sollen Motorenkomponenten nach Polen exportiert und dort montiert werden – perspektivisch in vierstelliger Stückzahl pro Jahr, sobald die geplante Produktionslinie in Kalisz 2027 den Betrieb aufnimmt.
Die Aktie reagierte auf die Wasserstoff-Ankündigung leicht positiv und notierte zeitweise bei 44,13 Euro. Ob sich die Millioneninvestition auszahlt, entscheidet sich an der Frage, ob genügend Kunden und Partner das von Rådström beschworene Ökosystem tatsächlich mittragen. Erste konkrete Antworten dürften auf der Messe in Hannover in der kommenden Woche folgen.
Daimler Truck-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Daimler Truck-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:
Die neusten Daimler Truck-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Daimler Truck-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
